Wir verlangen ihnen ein Leben lang Höchstleistungen ab, Beachtung schenken wir unseren Füßen aber erst meist dann, wenn sie wehtun. Und mit der Pflege ist es auch nicht immer so weit her - brüchige oder eingewachsene Nägel, trockene Haut, Hornhaut und Schrunden sind aber nicht nur kein schöner Anblick, sondern können zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen.
Dabei ist regelmäßige Fußpflege laut der aktuellen Scholl Fußpflegestudie für Herrn und Frau Österreicher ganz normal - zumindest in der Theorie: Denn während rund 83 Prozent der Frauen ihr Gesicht täglich pflegen, machen das nur rund 17 Prozent auch mit ihren Füßen. Dabei befinden sich in den Füßen mehr Sinneszellen als im Gesicht... Doch was bedeutet Fußpflege überhaupt? Mehr als 90 Prozent der Österreicher verstehen darunter vor allem Nagelpflege, das Entfernen der Hornhaut oder das Eincremen der Füße gehören nicht dazu. Dabei ist das regelmäßige Entfernen der Hornhaut wichtig, um zum Beispiel der Bildung von Hühneraugen vorzubeugen. Das Eincremen verhindert zudem, dass sich unansehnliche und schmerzhafte Risse bilden.
Ein idealer Einstieg in die Fußpflege ist ein Fußbad, denn es lindert Druckstellen und rissige Fersen. Schon sieben bis zehn Minuten bei 37 bis 39 Grad genügen, um die Hornhaut schön weich zu machen. Nach gründlichem Abtrocknen lässt sie sich mit einem Bimsstein leicht abtragen. Zum Hornhauthobel hingegen sollten nur Könner greifen. Schnell kann er das Gewebe treffen, was äußerst schmerzhaft sein kann und außerdem zu einer schnelleren und stärkeren Hornhautbildung führt. Ist die Hornhaut entfernt, sollten verbleibende lose Hautschüppchen mit einer weichen Bürste oder einem Peeling entfernt werden. Damit die Hornhaut nicht so schnell wieder nachwächst, benötigen die Füße eine Creme mit hohem Feuchtigkeitsgehalt: Produkte mit Urea bieten sich da an. Aber auch Glycerin, Allantoin, Panthenol, Hyaluron oder Traubenkernöl sind gute Feuchtigkeitsspender. Fußpflegeprodukte, die Teebaum- oder Salbeiöl oder Menthol enthalten, beruhigen die Fußsohlen und beugen Fußgeruch vor.

Nach dem Eincremen sind die Fußnägel dran: Am besten gerade schneiden, damit der Nagel nicht einwächst, und nur die Ecken mit einer Feile leicht abrunden. Danach die Nagelhaut sanft mit einem Rosenholzstäbchen zurückschieben, um Entzündungen zu vermeiden. Schön lackierte Fußnägel in den Trendfarben des Sommers runden die Pediküre ab. Dann steht bewundernden Blicken garantiert nichts mehr im Weg ...
Artikel erschienen am 3. Augusti 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 12-13