Um es gleich vorweg zu nehmen: Es war eine Show mit einer Träne im Auge: Leider hat die Stadt Wien den Kooperationsvertrag mit der Kunstuniversität Linz gekündigt. Daher läuft die vor fünf Jahren begonnene Ausbildungsform in den nächsten Jahren aus. Es werden also, falls sich nichts an dem Beschluss ändert, für das Studienjahr 2012/13 keine neuen Studentinnen und Studenten aufgenommen werden.
Wer soll diese Entscheidung verstehen? Ganz sicher nicht Ute Ploier, die seit Oktober 2011 die künstlerische Leitung dieses Bachelorstudiums übernommen hat. Sie hat sich vergeblich um einen Termin bei Ministerin Claudia Schmied bemüht, auch vom Bund ist keine Reaktion diesbezüglich gekommen. "Wir sitzen zwischen zwei Stühlen", meint Ute Ploier, "keiner will für diese Ausbildung zuständig sein. Das ist natürlich ein fatales Signal für Wien, das sich gerade intensiv um eine Positionierung als Modestadt bemüht." Deshalb sei diese Show ganz besonders wichtig, so Ute Ploier, da sie zeigt, was Absolventinnen und Absolventen dieses Lehrgangs können.

Die Idee und ihre Umsetzung
Ute Ploier setzt ganz konkrete Schwerpunkte in der Ausbildung: Im ersten Studienjahr bilden technisches Know-How und handwerkliche Präzision die Basis für die Sparten Kleidermachen, Strick, Schuhe und Modisterei. In den folgenden Jahren spezialisieren sich die Studierenden auf eine dieser Richtungen. Ziel dieser Ausbildung ist es, die Ideen nicht nur zu realisieren, sondern sie auch "an den Mann", beziehungsweise "an die Frau" zu bringen. Beratung, persönliche Begleitung beim Einstieg in die Geschäftswelt und die internationale Vernetzung gehören ebenso dazu wie auch reizvolle Formen der Präsentation.
So wurde denn auch diese Show äußerst ungewöhnlich präsentiert: Eine Kugelgestalt in einen Ganzkörperstrumpf gehüllt kommandierte in etwas gruselig-witziger Weise die Models über den Catwalk. Dazu wurden riesige Bälle ins Publikum geworfen - eine Aufforderung zu einer Art Interaktion, was jedoch nicht ganz verstanden wurde. Alles wirkte leicht improvisiert, deshalb auch umso sympathischer. Denn allzu perfekte Performances sieht man ohnehin zur Genüge.
Models mit Helmen, das Gesicht verhüllenden Imkerhüten und Schaffnerkappen führten die Reihe der exzentrischen Modelle an, wobei immer ein Schuss ins Humorige, Ironische zu bemerken war.
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