• vom 08.09.2012, 07:00 Uhr

Mode

Update: 08.09.2012, 11:13 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Ein Newcomer - aber was ist "NEW"?


Von Silvia Matras

  • Die Summer Lounge des "Kursalon Wien" eröffnete die Saison mit einer Modenschau des Quereinsteigers Cristiano Cabrano. Man sah und hörte schon Gesehenes und Gehörtes, gut gemixt mit Sex und Bad Boys.

 - © Christiano Cabrano

© Christiano Cabrano

Stars lassen gerne auf sich warten. So auch Cristiano Cabrano, in der Modewelt ein großer Unbekannter. Ob er groß werden wird, das lässt sich aus der Show nicht ablesen.

Das junge Publikum ist geduldig, wartet über eineinhalb Stunden. Trinkt Aperol, steht unverdrossen auf Superhighheals und chillt gehörig und hörig. Dann ist es so weit. Unter einem riesigen Kristallluster, der den Models immer wieder aus dem Kopf oder Kragen wachsen wird, tobt eine Tanzgruppe in kriegerischer Ausrüstung mit Patronengurt und Gasmasken über den Laufsteg. Im Hintergrund Atlanten oder Bodygards mit Waschbrettbäuchen und einem Palästinensertuch vor dem Gesicht. Wie gesagt - alles unter dem Glitzern des bourgeoisen Kronleuchters.

Information

Laut Homepage www.cristiano-cabrano.com sind Cabranos Modelle in seinem Onlineshop und in nicht näher genannten Boutiquen erhältlich.

Werbung

Man erwartet hochexplosive Mode. Doch es kommt anders: Mädchen in löchrigen Jeans - hatten wir schon seit ewig - oder Hot Pants, dem Citygag der Saison, präsentieren brave T-Shirts, manche aufgepeppt mit Epauletten aus schuppenartigen Nieten. Die Burschen in löchrigen Jeans - sorry für die Wiederholung - und noch braveren T-Shirts. Manchmal ist was Lustiges draufgemalt, wie zum Beispiel eine Nonne mit Zigarettenspitz. Dann zur Abwechslung eine löchrige Jean mit weißem Top aus Posamentrieschnüren und Nieten. Apropos Nieten - auch das ist ein Accessoire, das zur Road-Movie-Mode seit Jahren gehört, und das Cabrano gerne einsetzt, zum Beispiel auf den Lederjacken. Diese kommen eher konservativ daher, brav geknöpft, manchmal sogar doppelreihig, dann wieder etwas mutiger in Rot und Schwarz mit asymmetrischem Zipp und Kragen. Eine weiße Jacke mit mehreren, längs eingesetzten Reißverschlüssen und quer abgesteppten Ärmeln fällt auf.

Macho Boys und Sexy Girls

Nach einer weiteren Tanzperformance, die sich so zwischen Kriegsschauplatz und Vampiralptraum einpendelt, werden die Modelle heißer, sprich die Models nackter. Unter Gekreische des vorwiegend weiblichen Publikums zeigen sie Busen, die Brustwarzen mit schwarzen Klebestreifen keusch verdeckt. Unten herum tragen sie rote Hot Pants oder bunte Leggins (keine Modenschau ohne Leggins), manchmal auch fast gar nichts, ein Spitzenslip oder weniger. Im wahrscheinlich bewusst gewollten Kontrast dazu der Mann: elegant, selbstbewusst bis herrisch, im smokingähnlichen Sakko aus Seide oder einem Glanzstoff, auch ganz in Weiß, wie ein Jungpate oder ein Juppie der 90er Jahre, nur mit einem Knopf in der Mitte nachlässig geschlossen. Zum Schluss der Show scheint es, als wollte Cristiano Cabrano seinen weiblichen Fans - und eventuellen Klientinnen - kräftig schmeicheln: Das sogenannte "Kleine Schwarze" feiert eine elegante Wiederauflage. In schwarzem oder kupferfarbigem Leder, einfach geschnitten mit breitem Gürtel, oder aus elegantem Wollgeorgette mit spinnenartigen Spitzenärmeln oder Paillettenärmeln, manche auch wieder mit Silberepauletten - diese Modelle könnten durchaus zum Verkaufsschlager werden. Mit schwarz-weißen Streifen, schräg geschnitten, gibt es das "kleine Elegante" als superkurze Sexyvariante. Superkurz sind übrigens alle Modelle. Was kümmert es einen Designer, ob Frauen immer so viel Bein herzeigen wollen?




Schlagwörter

Fashion, Wiener Journal, Mode

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-05 13:59:05
Letzte Änderung am 2012-09-08 11:13:14


Beliebte Inhalte



V.l.n.r.: Laudator Viktor Siegl, Ernst Triebaumer, Ruth Havel (havel & petz), 
Grete Triebaumer und Willi Klinger (Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing GmbH). - citronenrot
  • Bei der diesjährigen Verleihung der Vineus-Awards wurde Ernst Triebaumer oder E. T., wie ihn die ganze Weinwelt nach seiner prägnanten...
  • weiter

Elegante Gewandung beim Wiener Tweed-Ride. - David Marold
  • Ohne Spandex, ohne bunt. Statt in hautengen Radler-Hosen und knallbunten Rennfahrer-Trikots gleiten Wiens Radfahrer immer häufiger elegant gewandet...
  • weiter

- - Fotolia Kerbel (lat. Anthriscus cerefolium) ist eine einjährige Pflanze und gehört zur Familie der Doldengewächse und war schon den Römern als Gewürzkraut...weiter

Alpen in Sicht: reizvolle Landschaft bei Oberhofen am Irrsee. - Wolfgang Weitlaner Wolfgang von Metten findet den Werbespruch "Der Weg ist das Ziel" für Wallfahrten unpassend. "Das Ziel einer Wallfahrt...weiter

Der Anteil der jungen Erwachsenen, die bei den Eltern leben, ist deutlich gestiegen. - © Getty
  • Steigende Wohnpreise, längere Ausbildungsdauer, ein grundsätzlich gutes Einvernehmen der verschiedenen Generationen: Dass das "Hotel Mama" heute...
  • weiter

Der Anteil der jungen Erwachsenen, die bei den Eltern leben, ist deutlich gestiegen. - © Getty
  • Steigende Wohnpreise, längere Ausbildungsdauer, ein grundsätzlich gutes Einvernehmen der verschiedenen Generationen: Dass das "Hotel Mama" heute...
  • weiter



Werbung




Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof

Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi" Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York.

Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen: 21. 5. 2013: Schwere Zeiten für Fans des glänzenden Metalls: Der Goldpreis erklimmt keine neuen Höhen mehr, das Interesse der Anleger ist merkbar gesunken.

Werbung