In Wien hat sich in den letzten Jahren modemäßig einiges getan, wenn auch der Abstand zu den großen Fashion-Metropolen Paris, Mailand und London (noch) gewaltig ist. Im MuseumsQuartier findet bis zum 16. September die vierte Auflage der Vienna Fashion Week statt, deren erklärtes Ziel es ist, das Schaffen der heimischen Modeszene sichtbarer zu machen, wie die Organisatorinnen Elvyra Geyer, Zigi Mueller und Maria Oberfrank nicht müde werden zu betonen. Auch wenn man an die großen Vorbilder noch nicht heranreicht, so weckt die diesjährige Fashion Week doch einige Erwartungen. Im Vorjahr kamen immerhin insgesamt 10.000 Besucher zum dem Mode-Event.
Seit 12. September, an insgesamt fünf Tagen, stellen neben internationalen Designern vor allem österreichische Modelabels wie zum Beispiel Elfenkleid, Tiberius, Ruins of Modernity, Michel Mayer, Pitour und Sabine Karner, um nur einige zu nennen, ihre Arbeiten im Rahmen von Fashion Shows im Zelt vor dem MQ und an den Messeständen im Quartier 21 vor. Wer eine Modeschau verpasst hat, kann sich also dennoch einen Überblick über die Kollektion seines bevorzugten Labels verschaffen und nach Lust und Laune die aktuellen Prêt-à-porter-Kollektionen bewundern, anprobieren und auch kaufen. Die Vienna Fashion Week versteht sich explizit auch als Verkaufsmesse.
Dass Markenbekleidung neben diversen anderen Konsumgütern gesamtgesellschaftlich betrachtet ein wichtiges Statussymbol ist, hat erst kürzlich eine Studie von Regiodata ergeben. Wer des modischen Einerleis der großen Ketten überdrüssig ist, greift gerne zu fantasievollem Design in kleinerer Stückzahl. Die Anzahl der Modelabels in Wien aber auch in den anderen Landeshauptstädten ist dieser Nachfrage entsprechend rapide gestiegen. Besonders der 7. Bezirk ist zu einem Grätzel geworden, in dem sich viele junge Designer angesiedelt haben.
Angst vor ganz und gar unleistbarer Garderobe muss man dennoch nicht haben. Hineingehen und sich umsehen lautet die Devise. Denn teurer als die internationalen Ketten im mittleren bis gehobenen Preissegment sind die individuellen Modelle erfahrungsgemäß auch nicht. Bei Labels wie Elfenkleid, hinter dem die beiden Designerinnen Annette Prechtl und Sandra Thaler stehen, werden zudem auch Fashionistas, die nicht über ideale Maße verfügen, fündig. Änderungen und Maßanfertigungen gehören zum Service der seit elf Jahren in Wien tätigen Modemacherinnen - auch dazu dient die Fashion Week: sich unverbindlich einen Überblick darüber zu verschaffen, was es gibt, was es kostet, ob es zu einem passt.
Die Vienna Fashion Week.12 bietet täglich im Zelt vor dem MuseumsQuartier stündlich Fashion Shows nationaler und internationaler Designer und Designerinnen, Shopping Areas, Side Events und Fotoaktionen. Wer keinen Einlass mehr findet zu den Shows im Hauptzelt, kann die Performances über einen Flatscreen im Vorzelt verfolgen.

Zu den Highlights der nächsten Tage gehören die Shows von Tiberius, (Freitag 20 Uhr), der ukrainischen Designerin Lera Leshchova (Samstag 15 Uhr), des österreichischen Öko-Labels Göttin des Glücks (Samstag 16 Uhr) sowie von Ruins of Modernity gemeinsam mit Madames with a Mission und Elke Freytag (Sonntag 14 Uhr). Das Detailprogramm gibt es auf der Homepage www.mqviennafashionweek.com.
Für Modeinteressierte gibt es erstmals auch eine kostenlose iPhone App. Sie enthält allgemeine Informationen zur Fashion Week, zu den Designern, der Location und den Sideevents sowie eine Liste aller ausstellenden Designer. Mit der App können in weiterer Folge Fotos und Videos der Shows online abgerufen werden. Weitere Informationen finden sich unter www.fashionweekapp.com
Artikel erschienen am 14. September 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 20-21
Graz – Gerade erst feierte der Versandservice OTTO in Österreich sein 20-jähriges Jubiläum. Seit 1992 agiert der weltweit führende...weiter