• vom 14.09.2012, 16:30 Uhr

Mode

Update: 14.09.2012, 16:38 Uhr
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Eine Ode an die Frau


Von Stephanie Dirnbacher

  • Die Jungdesignerin Magdalena Adriane Toth setzt auf Weiblichkeit.

 - © Tatjana Schmidt / Photographer: Wolfgang Schmidt

© Tatjana Schmidt / Photographer: Wolfgang Schmidt

An einer Kleiderstange drängen sich bodenlange, wallende Abendroben und verspielte Cocktailkleider, in den Regalen stecken schwere Stoffballen, auf dem Tisch unter dem offenen Fenster steht eine kleine, weiße Nähmaschine. Die geräumige Altbauwohnung mit dem knarrenden Parkettboden in Gersthof ist elegant, so wie auch die Mode, die hier entworfen und geschneidert wird. Es ist das Arbeitsreich von Magdalena Adriane Toth.

Die junge Designerin, die hinter dem Label Magdalena Adriane steht, versprüht selbst die Eleganz und Weiblichkeit, die ihrer Mode anhaftet. Die weichen, fließenden Stoffe und figurbetonten Schnitte haben etwas Märchenhaftes. "Meine Kleider sind sehr romantisch und zeitlos. Ich verfolge keine Trends", beschreibt die Wienerin ihre Linie mit einem gewinnenden Lächeln. Die größte Inspiration für ihre Kleider holt sie sich von den Stoffen - darunter viel Seide und Baumwolle. "Ich liebe es, Stoffe einzukaufen. Ich sehe den Stoff und kann mir dann gleich das Kleid dazu vorstellen." Ihre persönlichen Lieblingsfarben Rot, Pastelltöne und Nachtblau sind auch auf den Kleiderstangen in ihrem Büro zu finden.

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Morgenstund‘ hat Gold im Mund

Information

Magdalena Adriane zeigt ihre Kollektion Menswear Frühling/Sommer 2013 am 15. September bei der Fashion Week im Museumsquartier um 13 Uhr im Fashionzelt am MQ-Vorplatz. www.magdalenaadriane.com

Am liebsten macht die Jungdesignerin Abendkleider im Haute Couture Stil. Aber auch Prêt-à-porter-Mode gibt es bei Magdalena Adriane zu kaufen. Dabei macht sie alles selber - von der Stoffbestellung über den Schnitt bis zum Prototypen. "Nur stricken kann ich nicht", gesteht die Nachwuchskünstlerin. Für Einzelanfertigungen setzt sie sich auch selbst hinter die Nähmaschine. "Ich finde, das kann sich der Kunde auch erwarten", sagt sie. Um eine Bestellung rechtzeitig fertig zu bekommen, steht die Jungdesignerin dafür auch manchmal um vier Uhr morgens auf. "Wenn ich Stress habe, bin ich ein Morgenmensch, im Urlaub nicht", lacht Toth. Lediglich bei der Buchhaltung bekommt sie Unterstützung von ihrer Mutter, die auch ihre erste Kundin war. Die Preise für Magdalena Adrianes Stücke hängen stark von den Stoffen ab und bewegen sich für ein Abendkleid in der Regel zwischen 300 und 700 Euro. Hochzeitskleider gibt es ab 800 Euro.

Den Zwirn in die Wiege gelegt

Das Geschäft würde gut laufen, verrät die Selbständige. Am 15. September wird sie im Rahmen der MQ Vienna Fashion Week neben ihrer Damenlinie erstmals ihre eigene Männerkollektion präsentieren. Und im November steht die Vienna Fashion Week auf dem Programm. Die 27-Jährige ist mit sich zufrieden. "Am Anfang war es schon sehr schwer", erzählt sie über den Beginn ihrer Selbständigkeit vor drei Jahren. Doch eine Alternative gab es nicht wirklich. "Es zahlt sich als Designer nicht aus, für jemand anderen zu arbeiten. Ich habe immer gewusst, dass ich mich selbständig machen will", erklärt Toth. Auch ihre berufliche Bestimmung stand schon sehr früh fest. Beide Großmütter waren Schneidermeisterinnen und Toth immer begeistert, wenn sie die schönen Stoffe, Perlen und Knöpfe sah. Ihr eigenes handwerkliches Geschick konnte sie schon bald selbst unter Beweis stellen, als sie als Achtjährige eine antike Kindernähmaschine bekam. Nach der Matura eignete sie sich an der Lehranstalt für Mode und Bekleidungstechnik in der Herbststraße in Wien die nötige Technik für ihren Beruf an. Nach Abschluss der Meisterklasse zog es sie dann in den Süden: "Ich wollte unbedingt in Italien noch eine Ausbildung machen." Die junge Designerin bestand die Aufnahmeprüfung an der Accademia Italiana in Florenz und tauchte dort in eine andere Modewelt ein. "In Österreich habe ich das Handwerk gelernt, was sehr wichtig war. In Italien ging es hingegen mehr um die kreative Seite", schildert sie begeistert. Auch Italienisch lernte die fröhliche Wienerin schnell.

Lehrreiche Jahre in Bella

Italia. Ihr Talent verschaffte ihr noch mehr Zeit auf der Apenninhalbinsel. Denn bei der Präsentation der Abschlusskollektion der Akademie begeisterte sie einen Vertreter von Roberto Cavalli und erhielt bei dem italienischen Stardesigner einen Praktikumsplatz. Diese Erfahrung war für die junge Österreicherin sehr beeindruckend. "Ich habe alles gesehen, vom Entwurf bis zur Produktion, und konnte alle Produktionsstätten besuchen", erzählt sie. Und noch etwas hat sie durch den Abstecher bei Cavalli gelernt, nämlich "dass die Modewelt genauso wie jedes andere Geschäft ist, dass man auch Büroarbeit hat und sich um die Verwaltung kümmern muss." Ein weiteres Highlight und ein Grund, ihren Italienaufenthalt noch um ein Jahr zu verlängern, war für die Jungdesignerin die Mailänder Fashionweek. "Es war großartig, all die tollen Designer zu sehen", schwärmt sie.

Von Wien nach New York und zurück

Doch dann war der Punkt erreicht, wieder nach Wien zurückzukehren. In ihrem Entschluss, sich als Designerin selbständig zu machen, wurde Toth von der ganzen Familie unterstützt. Sie selbst war mit vollem Einsatz dahinter. "Ich habe viel Publicity gemacht, meine Kleider ins Internet gestellt, Flyer gedruckt", sagt sie. Der Aufwand hat sich gelohnt. Nach etwa einem halben Jahr erhielt die Designerin einen Anruf vom Österreichischen Kulturforum in New York, ob sie ihre Entwürfe nicht bei der Austrian-Slovak Fashion Night im Big Apple präsentieren möchte. "Ich habe natürlich ja gesagt." Die nächste Fashionmetropole ließ nicht lange auf sich warten. In Eigeninitiative sicherte sich Toth die Teilnahme bei Bread & Butter, der internationalen Fachmesse für Street- und Urbanwear in Berlin, wo sie die Aufmerksamkeit des Veranstalters der Prêt-à-porter-Expo in Paris auf sich ziehen konnte, was ihr in Folge ermöglichte, ihre Stücke bei der internationalen Fachmesse im Herzen Frankreichs auszustellen. Nach diesen Auslandserfahrungen hat die Jungdesignerin nun das Ziel, mit ihrer Mode die Wiener zu beeindrucken. Die Teilnahme an der Vienna Fashion Night Anfang Juni und am Summer of Fashion im Museumsquartier machten dafür den Anfang. "Es gefällt mir sehr in Wien", sagt Toth, die insbesondere auch den Umgang der Jungen in der Branche untereinander schätzt. "Dadurch, dass es in Wien nicht so viele Jungdesigner gibt, helfen sich alle gegenseitig. Das finde ich sehr schön", sagt sie. Auch aus modischer Perspektive hätte die Bundeshauptstadt viel zu bieten. "In den vergangenen fünf Jahren hat sich viel getan, es geht aufwärts. Ich finde, dass die Wiener elegant angezogen sind, aber sie trauen sich noch nicht viel", meint die Designerin. Von den Italienern könnte man sich da einiges abschauen, nämlich "die Extravaganz und das selbstbewusste Auftreten." Auch bei ihrer Männerlinie setzt Magdalena Adriane auf Eleganz. "Ich habe mich auf Anzüge spezialisiert, weil ich es mag, wenn Männer schön angezogen sind."

Magdalena Adriane Toth in einer Eigenkreation.

Magdalena Adriane Toth in einer Eigenkreation.© Copyright: Wolfgang Schmidt / Photographer: Wolfgang Schmidt Magdalena Adriane Toth in einer Eigenkreation.© Copyright: Wolfgang Schmidt / Photographer: Wolfgang Schmidt




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-11 15:20:10
Letzte Änderung am 2012-09-14 16:38:31


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