• vom 11.09.2015, 13:36 Uhr

Mode

Update: 11.09.2015, 13:45 Uhr

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Von Barbara Ottawa

  • Im Herbst ist wieder Messezeit und auch im Bereich nachhaltige, grüne Mode wird einiges geboten.

Reges Interesse für das Rahmenprogramm auf der "Shirty". - © Thomas Unterberger / www.oneshot.at

Reges Interesse für das Rahmenprogramm auf der "Shirty". © Thomas Unterberger / www.oneshot.at

Am letzten September-Wochenende wird es im Werkstätten- und Kulturhaus (WUK) in Wien wieder wurlen. Tausende Besucher erwarten die Veranstalter der "Shirty" zu ihrer Messe rund um T-Shirts, Pullover und Accessoires, die man am Oberkörper tragen kann.

"Bei uns gibt es nichts unterhalb der Gürtellinie," lacht Philippe Lapierre, der 2011 gemeinsam mit einem Fotografen die Idee für die Shirty entwickelt hat. Es begann mit einem Schulprojekt und einem Veranstaltungsraum, für den die beiden ein Party-Motto suchten. Eine Freundin hatte damals ein T-Shirt-Label gegründet – "das haben wir aufgegriffen und eine Messe rund um T-Shirt-Labels organisiert mit einer After-Party."

Information

Fair Fair
11.-13.9.2015
Ottakringer Brauerei
Ottakringer Platz 1, 1160 Wien
www.fairfair.at

Wear Fair
18. -20.9.2015
Tabakfabrik Linz
Peter-Behrens-Platz 11, 4020 Linz
www.wearfair.at

Shirty
25.-27.9.2015
WUK Wien
Währinger Str. 59, 1090 Wien
www.shirty-austria.com


Das Kombi-Konzept Party und Messe gibt es bis heute – dieses Jahr erstmals mit DJs am Vorabend der Messe –, aber mittlerweile haben sich Rahmenprogramm, Angebot und Dauer deutlich erweitert. "Wir wollten nie ein Flohmarktflair, sondern den Besuchern mehr zeigen, einen Blick hinter die Kulissen bieten, Workshops, Vorträge, später auch Kulinarik und natürlich immer eine Party, meist mit heimischen Acts," sagt der heute 22-jährige Philippe.

Auch bei den ausstellenden Labels wird ein Schwerpunkt auf österreichische Anbieter gelegt und der Nachhaltigkeitsfokus habe sich "eigentlich von selbst ergeben", weil die meisten fair gewonnene Rohstoffe verwenden oder die Bekleidung selbst produzieren. Nicole Kornherr, die gemeinsam mit Lukas Kauer (der auch Projekte wie "Rap Against" und  "Forward Creatives" mitorganisiert hat) bei der Messe-Organisation hilft, ist für die Label-Kennzeichnung vor Ort zuständig: Es wird ausgewiesen, wo produziert wird, welche Gütesiegel ein Label hat etc.
Nicole ist Mitarbeiterin bei der "Sicherheitsnadel", dem Online-Guide zum nachhaltigen Modekauf, und wird mit Philippe zu diesem Thema auch einen Vortrag im Rahmen der "Fair Fair" in Wien halten.

Bei dieser vom Magazin "Biorama" ins Leben gerufenen Messe wird es von 11. bis 13. September in der Ottakringer Brauerei in Wien wieder alle möglichen Angebote rund um das Thema Bio und nachhaltiger Lebensstil geben – nicht nur was Kleidung angeht.
Auch die größte Messe zum Thema nachhaltige Mode in Österreich, die "Wear Fair" in Linz (dieses Jahr vom 18. bis 20. September), hat mittlerweile ihr Portfolio erweitert und bietet neben Mode, Schuhen und Accessoires auch Lebensmittel, Fahrzeuge und Geschirr für den nachhaltigen Lebensstil.
Dass das Thema Fairness und Nachhaltigkeit in der Bekleidungsindustrie immer wichtiger wird, zeigte sich auch z.B. bei der Berliner Fashion Week im Juli. Eine Besucherin bemängelte jedoch, dass sich die "grünen" Anbieter teilweise mit den anderen vermischen und man als bewusste Konsumentin nicht mehr alle nachhaltigen Labels auf einem Platz findet.
Es kann natürlich als guter Trend gewertet werden, wenn Fairness mehr zum allgemeinen Standard wird. Auch im Design-Outlet Parndorf wurde beim Late-Night-Shopping Ende August erstmals ein Upcycling-Pavillon eingerichtet, in dem verschiedenste Labels aus dem Bereich ihre Arbeiten ausstellen und präsentieren konnten.

Apropos Upcycling: Teil des Rahmenprogramms der "Shirty" ist u.a. auch eine "Pimp-My-T-Shirt"-Ecke, wo man mitgebrachte langweilige oder nicht mehr passende T-Shirts mit professioneller Hilfe umarbeiten kann. Außerdem wird es auch wieder die Möglichkeit geben, T-Shirts in der Tauschbörse loszuwerden, eine Einführung in den Siebdruck zu erhalten, aus alten Tanktops Taschen zu fertigen oder sich über die Entstehung eines Modeblogs (Workshop mit der Betreiberin des Blogs "Vienna Wedekind") zu informieren.

Auch ein anderes Erfolgskonzept aus dem vergangenen Jahr wird wiederholt: Eine Free-Running-Modeschau. Dabei werden T-Shirts im Rahmen von akrobatischen Stunts präsentiert.
Verdient haben Philippe und sein Team übrigens mit der Messe nie etwas: "Wir machen das als Hobby und wollen jungen Labels helfen, Fuß zu fassen." Nächstes Jahr geht die "Shirty" im Juni sogar nach München und nimmt österreichische Junglabels mit. Bis dahin wird es auch schon den geplanten Online-Shop geben, damit man auch zwischen den Messen die Produkte der Aussteller kaufen kann. Dazu erklärt Philippe: "Wir machen die Messe absichtlich nur einmal im Jahr, sonst werden die Besucher übersättigt und das Interesse ebbt zu schnell ab – das ist dann auch nicht nachhaltig."




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Dokument erstellt am 2015-09-11 13:38:42
Letzte ─nderung am 2015-09-11 13:45:22



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