Weil sie die Notlage der Frauen im Dorf kannte, ermunterte sie einige, doch für sie zu weben, zu stricken und zu häkeln. Das bringt den Frauen nicht nur Geld, sondern vor allem auch Selbstbewusstsein. Ganz stolz waren sie, als sie den ersten Geschäftsfolder sahen, in dem sie "ihre Stoffe" abgebildet sahen. Von nun an belächelte keine mehr die Mode der "Verrückten".
Die Herausforderung
Bald hieß es, Kriemhild hie, Kriemhild da. Dann kam die große Verführung auf sie zu in Form eines Angebotes, für Versace zu arbeiten. Sie fuhr nach Mailand und sah sich den Betrieb an. "Da erkannte ich, dass diese Schickimicki-Welt nicht meine ist", erinnert sie sich. Mit dem neu gewonnenen und gesteigerten Selbstbewusstsein entschloss sie sich, in St. Veit ein eigenes Geschäft aufzumachen. Dort entwickelte sie sich in Windeseile vom Geheimtipp zum Platzhirsch mit festem Kundenstock.
Umso mutiger war der plötzliche Entschluss, in St. Veit nach so vielen erfolgreichen Jahren alles aufzugeben und in Salzburg neu zu beginnen. Herausforderungen scheint Kriemhild Rieger zu lieben. Als Bergläuferin ist sie ausdauernd und ist es gewohnt, Durststrecken zu überstehen. Obwohl sie in Salzburg noch keinen Kundenstock hat, blickt sie zuversichtlich in die Zukunft. Deshalb auch ihr von Hermann Hesse ausgeliehenes Motto: "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne." "Irgendwie werde ich die eher kühlen Salzburger schon für mich gewinnen", sagt sie, und man glaubt es ihr.
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