• vom 17.08.2012, 10:31 Uhr

Reisen

Update: 17.08.2012, 11:28 Uhr
  • Artikel
  • Fotosstrecke
  • Lesenswert (13)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Bäumchenfest


Von Christa Hager

  • Europas größtes Bonsaimuseum liegt in Seeboden am Millstättersee.

Spanisches Kleeblatt. - © J. Kerviel

Spanisches Kleeblatt. © J. Kerviel

Geht man so mit den kleinen und feinen Bäumen um? An allen Ecken und Enden zwickt man an ihnen herum, stutzt sie um der Form willen. Ja, denn die zwergwüchsigen Bäume aus Japan haben nichts mit Verstümmelung zu tun. Im Gegenteil: Bonsai sind das Produkt ausgesprochener Naturliebe - und der Suche nach Unsterblichkeit.

Information

Bonsai Museum: Liedweg, A-9871 Seeboden, 04763/81947; www.bonsai.at

Mai bis September: Montag bis Freitag 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Samstag 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
April und Oktober: Dienstag bis Freitag 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Werbung

"In Japan sind diese Bäume ein Zeichen von Leben, von Konsequenz", sagt Günther Klösch. Vor 35 Jahren hat er damit begonnen, Bonsai zu züchten. Mittlerweile ist aus seinem Hobby die größte Bonsaisammlung Europas entsprungen, zum Jubiläum im Frühjahr ist deswegen sogar der japanische Botschafter nach Seeboden gereist, erzählt er.

Der historische Ursprung von Bonsai liegt entgegen der gängigen Vorstellung nicht in Japan sondern in China. Dort wurden schon zwei Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung Bäume in Töpfen gezüchtet. Übersetzt heißt Bonsai nichts anderes als "Baum in Schale". "Der Topf macht aus einem Baum einen Bonsai und nicht die Größe. Man könnte auch Kübelpflanze dazu sagen", lacht Klösch.

Seine Sammlung umfasst rund 4000 Bäume, einige davon sind mehr als 100 Jahre alt. Zu sehen gibt es nur einen Bruchteil davon, viele Bäume stehen in einem eigenen Areal, wo sie in Ruhe wachsen können. Insgesamt 30.000 Quadratmeter umfasst das Gelände für die kleinen Bäume, die 500 Jahre alt werden können. Doch Zahlen und Maße hört Klösch nicht gern. "Der Baum steht im Vordergrund, nicht irgendwelche Begleittexte über Alter oder Größe." Das ist ihm wichtig. "Es geht darum, den Baum zu betrachten, dabei nicht abzuschweifen. Er soll helfen, sich auf das Wesentliche zu reduzieren." Die Sammlung liefert genug Grund und Stücke dafür. Und Ruhe. Fast überall hört oder sieht man Wasser plätschern, man durchquert japanische Gärten, streicht an einem Teehaus, an einem japanischen Badehaus vorbei und schaut vielleicht von der Holzbrücke aus den großmäuligen Koi-Karpfen zu. Nur am Nachdenken, daran kommt man dank dieser vielen alten Bäumchen nicht vorbei.

Bonsai können bis zu 500 Jahre alt werden.

Bonsai können bis zu 500 Jahre alt werden.© J. Kerviel Bonsai können bis zu 500 Jahre alt werden.© J. Kerviel

Artikel erschienen am 17. August 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 18



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-16 15:53:04
Letzte Änderung am 2012-08-17 11:28:46


Beliebte Inhalte



Elegante Gewandung beim Wiener Tweed-Ride. - David Marold
  • Ohne Spandex, ohne bunt. Statt in hautengen Radler-Hosen und knallbunten Rennfahrer-Trikots gleiten Wiens Radfahrer immer häufiger elegant gewandet...
  • weiter

Alpen in Sicht: reizvolle Landschaft bei Oberhofen am Irrsee. - Wolfgang Weitlaner Wolfgang von Metten findet den Werbespruch "Der Weg ist das Ziel" für Wallfahrten unpassend. "Das Ziel einer Wallfahrt...weiter

- - - Der mexikanisch-stämmige Sänger und Songwriter Sixto Rodriguez hatte einen Bekanntheitsgrad wie Elvis Presley oder Bob Dylan – allerdings nur...weiter

- - - Und wieder ein als unverfilmbar geltender Roman, der es doch auf die Leinwand geschafft hat: Marlen Haushofers "Die Wand" von 1963 erzählt die...weiter

Paprika-Wraps mit Putenstreifen © KochAbo.at Zutaten für 2 Personen 4 Tortillafladen 1 Stk. Putenbrustfilet 100 g Frischkäse 80 g Sojasprossen ½ Salatgurke 1 gelbe Paprika 1 rote Chilischote 1...weiter

Der Anteil der jungen Erwachsenen, die bei den Eltern leben, ist deutlich gestiegen. - © Getty
  • Steigende Wohnpreise, längere Ausbildungsdauer, ein grundsätzlich gutes Einvernehmen der verschiedenen Generationen: Dass das "Hotel Mama" heute...
  • weiter



Werbung





Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

18. 5. 2013: Ein lesbisches Paar in Myanmar: Der "Internationale Tag gegen Homophobie" geriet weltweit zu einem bunten und eindringlichen Protest gegen Diskriminierung. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung