Von ihrem Kochkurs in Paris schwärmt Elena Paschinger noch immer. Es sei ein nachhaltiges Erlebnis für sie gewesen, mit der Köchin verbinde sie seither eine herzliche Freundschaft. Auf der Visitenkarte von Elena Paschinger steht Projektentwicklung. Ihr Projekt, das sie gemeinsam mit ihrem Vater, dem Tourismusexperten Hermann Paschinger, entwickelt hat, ist eine Plattform für kreatives Reisen in Österreich, die als Mittler zwischen Anbietern und Kunden gedacht ist. Auf der Homepage www.kreativreisen.at findet sich ein in die Themen Handwerk, Kulinarik, Kunst und Kultur gegliedertes Kursspektrum von etwa 100 Anbietern, die je nach ihrem Vermögen zwischen 250 und 2500 Euro Mitgliedsbeitrag pro Jahr für die Vermittlungstätigkeit bezahlen. Die Anfrage des Kunden geht direkt an den Anbieter, gebucht werden kann seit neuestem auch gleich online durch eine Verlinkung mit dem Reiseveranstalter www.kurz-mal-weg.at.
Vom Schnitzkurs mit der Motorsäge im Burgenland bis zum Brotbackkurs auf einem Salzburger Bauernhof reicht die Palette. Das weitaus größte Angebot gibt es im Bereich der kunsthandwerklichen Kurse, wobei sehr spezielle Angebote besonders nachgefragt werden. Überaus beliebt war vor kurzem ein Ikonenmalkurs. Und natürlich ist Kochen ein Thema. "Die Menschen haben eine große Sehnsucht nach dem Ursprünglichen", meint Elena Paschinger. Diese Sehnsucht treibt hauptsächlich Frauen an, denn zwei Drittel der Facebook-Freunde von Kreativ Reisen Österreich sind weiblich. Offenbar ist das Potenzial an unentdeckten Talenten, die im Urlaub mit Gleichgesinnten ausgelebt werden wollen, bei Frauen größer.
"Stimmt nicht", wirft Thomas Hüttl ein. In den Kochkursen, die er in seinem Kochatelier in der Schönbrunnerstraße 36 abhält, seien viele Männer. Sobald der Terminstress und die Schwellenangst überwunden sind, redet Mann über alles Mögliche, weiß Hüttl zu berichten. "Über das Leben an sich, übers Kochen, über den Wein..., man hat Zeit hier. Die Leute werden ruhiger und setzen sich mit verschiedenen Themen auseinander. Die Entschleunigung liegt in der Natur der Sache." Seit Mai nützt auch der Wiener Koch die Plattform Kreativ Reisen und findet das "gegenseitige Finden" gut.
Urlaub mit kreativem Mehrwert lautet das Gebot der Stunde. Schon zum zweiten Mal findet heuer im Dezember ein internationaler Kongress zu diesem Thema in Paris statt. Die Stadtregierung der französischen Metropole setzt ganz auf den "touriste créatif" und hat eine eigene Homepage für kreative Urlaubsangebote ins Leben gerufen. Auf http://creativeparis.info finden sich über 400 Vorschläge für unvergessliche Ferienerlebnisse im Rahmen von Kursen, Begegnungen, Workshops usw.
Wolfgang von Metten findet den Werbespruch "Der Weg ist das Ziel" für Wallfahrten unpassend. "Das Ziel einer Wallfahrt...weiter