• vom 27.08.2017, 15:30 Uhr

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Stadtrundgang

Symbolischer Sitz der Präsidenten




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Eine zentrale Figurengruppe des Denkmals stellt die Reihe der Arbeitslosen dar, die um Unterstützung anstehen. Der geschichtliche Hintergrund: 1929 begann mit einem gewaltigen Börsenkrach in den USA und auch weltweit die schwerwiegende wirtschaftliche Krise. Bis Mitte der 1930er Jahre stieg in Folge die Zahl der Arbeitslosen in den USA auf bis zu 14 Millionen, die Einkommen aus Arbeit fielen von 53 Milliarden Dollar (1929) auf 31,5 (1933). Die sozialen Auswirkungen der Krise betrafen alle Bereiche des alltäglichen Lebens. Hunderttausende von bisher berufstätigen Frauen kehrten (gezwungenermaßen) an den heimischen Herd zurück, arbeitslose junge Erwachsene verschoben ihre Ehe- und Kinderpläne. Die Zahl der geschlossenen Ehen sank ebenso wie die Geburtenrate. Vor den Suppenküchen der Wohlfahrtsorganisationen bildeten sich lange Warteschlangen und Hunger wurde wieder zu einem alltäglichen Phänomen.

Der "New Deal"

In dieser Situation verlangten die Amerikaner nach einer neuen Führung und einer neuen Politik - und machten dies 1932 an den Wahlurnen zugunsten des Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Franklin D. Roosevelt, deutlich. Sein Name ist untrennbar mit dem sogenannten "New Deal" verbunden - der Krisenbewältigung durch massive staatliche Interventionen. Dieser "New Deal" bestand aus einer Reihe wirtschafts- und sozialpolitischer Maßnahmen von Seiten des Staates, mit denen die Wirtschaftskrise überwunden werden sollte. Mit öffentlichen Mitteln wurden Straßen, Schulen, Flughäfen, Krankenhäuser, Spielplätze und Sportstätten gebaut und somit ein gigantisches Arbeitsbeschaffungsprogramm in die Wege geleitet.

So ist das Denkmal für Franklin D. Roosevelt nicht nur eines der interessantesten von Washington, sondern erinnert auch an eine Politik, die dem sogenannten "kleinen Mann" wirklich diente. Roosevelts Politik wäre kein schlechter Maßstab für die Beurteilung jener Maßnahmen, mittels derer die jetzige US-Regierung versucht, Amerika wieder "great" zu machen.

Und dann gibt es noch das "Spion-Museum" an der Ecke 8. und F-Street. Auf zwei Etagen werden die Besucher durch die Welt der Spione geschleust, können in Schuhabsätzen versteckte Funkgeräte oder das Auto von James Bond betrachten, eine "Spion-Schule" besuchen und systematisches Verschlüsseln üben.

Ob Donald Trump in diesem Museum wegen seiner umstrittenen Beziehungen zu Russland einmal einen Platz finden wird, ist noch unklar.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-24 16:36:12
Letzte nderung am 2017-08-24 16:44:28



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