Als Patricia Steiner am 24. August 2010 als Patricia I. zur burgenländischen Weinkönigin gekrönt wurde, hatte sie gut lachen, denn es galt – neben sonstigen Repräsentationspflichten – auch den damals aktuellen hervorragenden 2009er Jahrgang zu vertreten. Im Jahr darauf war der Wettergott den heimischen Winzern weniger gnädig gestimmt. Zu jener Zeit hatte sie als vinophile Monarchin schon einige Routine (mittlerweile war sie zur österreichischen Weinkönigin aufgerückt) und verstand ihre majestätische Rolle auch mit dem mäßigen 2010er Jahrgang im Gepäck bravourös zu meistern. Zum Ausklang ihrer Regentschaft wird ihr mit dem 2011er wieder von einem recht ordentlichen Jahrgang assistiert.
Im Frühling 2010 hatte sich die junge Burgenländerin aus Podersdorf am Neusiedler See gemeinsam mit sieben anderen Kandidatinnen um die Funktion der burgenländischen Weinkönigin beworben. Die Anforderungen waren hoch: Neben Weinwissen war ein beträchtliches Maß an Allgemeinwissen gefragt. Freilich stand die burgenländische Kultur und Politik im Vordergrund, aber auch die Situation in Gesamtösterreich wie auch das allgemeine Weltgeschehen sollte von einer künftigen Weinkönigin überblickt werden.

Patricia Steiner brachte beste Voraussetzungen mit: Nach Absolvierung des Pannoneums (einer Wirtschafts- und Tourismusschule in Neusiedl am See) hatte sie an der Fachhochschule Eisenstadt ein Masterstudium für Internationales Weinmarketing erfolgreich abgeschlossen. Zudem konnte die damals 24-jährige Kandidatin auf einige Berufspraxis als Touristikerin im Hotel Seewirt in Podersdorf, auf Schloss Hof (NÖ), aber auch im elterlichen Weinbaubetrieb verweisen.
Ebenso wie bei sportlichen Bewerben, gingen bei der Kür zur Weinkönigin die Zweit- und Drittplatzierte nicht leer aus. Die neue Weinkönigin, Patricia I., wurde sodann von den Weinprinzessinnen Anna Fink aus Großhöflein und Daniela Reumann aus Deutschkreutz bei ihrer Regentschaft unterstützt.
Zu den Aufgaben einer Weinkönigin zählen etwa Begrüßungsreden und Moderationen, mitunter sind auch Laudationes für verdiente Persönlichkeiten zu halten. "Ich rede gerne", sagt Patricia Steiner, die auch nicht verschreckt ist, wenn es gilt, aus dem Stegreif heraus zu einem Thema Stellung zu beziehen. Mithin: Es reicht nicht aus, nur strahlend in die Kameras zu blicken, wenngleich ein königliches Lächeln auch gekonnt sein will. Alles in allem habe sie als Weinkönigin eine unpolitische Rolle in einem politischen Umfeld gespielt.

