• vom 24.04.2015, 12:22 Uhr

Wein

Update: 01.05.2015, 19:28 Uhr

Weinjournal

Großes Gewächs aus Wien




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Von Johann Werfring

  • Bei ihrer Jahrespressekonferenz in einem mondänen Innenstadt-Hotel erläuterten die Akteure der Gruppe WienWein ihre Visionen für die Vermarktung der Wiener Weine.

Die Diskussion über die großen Lagen ist auch in Wien eröffnet. - © Johann Werfring

Die Diskussion über die großen Lagen ist auch in Wien eröffnet. © Johann Werfring

Die Gruppe WienWein, die sich im Jahr 2006 etablierte und derzeit sechs Mitglieder zählt, hat in den vergangenen neun Jahren einiges bewegt. Qualitativ ging es mit dem Weinbau in Wien steil bergauf, was nicht unwesentlich auf die Vorreiterrolle von WienWein zurückzuführen ist. Auch die Akzeptanz des Wiener Weins in der heimischen Gastronomie, insbesondere in Top-Restaurants, darf zu einem Gutteil dem geschickten Marketing der Gruppe zugeschrieben werden. Aber auch weinbaupolitisch haben die Akteure durch ihren Zusammenschluss einiges Gewicht erlangt. Immerhin werden derzeit rund 40 Prozent der Weinbaufläche Wiens von den sechs Weingütern der WienWein-Gruppe bewirtschaftet.

Für die einzelnen Weingüter nahmen am Pressegespräch im Hotel Park Hyatt Vienna Rainer Christ (Jedlersdorf), Michael Edlmoser (Mauer), Thomas Huber (Fuhrgassl-Huber, Neustift am Walde), Gerhard J. Lobner (Mayer am Pfarrplatz, Heiligenstadt), Thomas Podsednik (Weingut Wien Cobenzl, Grinzing) und Fritz Wieninger (Stammersdorf) teil. Nach den bisher bereits umgesetzten Projekten möchte sich die Gruppe wesentlich auf die Lagenklassifizierung in Wien konzentrieren.


Dass der Verband Deutscher Prädikatsund Qualitätsweingüter (VDP) mit den Klassifizierungen "Erste Lage" und "Große Lage" ein gutes Modell bereitgestellt hat, dem es sich lohnt nachzueifern, darüber ist man sich bei WienWein einig. Qualitäten, die jenen von "Großen Gewächsen" (das sind trockene Weine aus "Großen Lagen") der VDP-Winzer entsprechen, gibt es in Wien bereits. Es geht nun darum, die Wiener Lagen so zu klassifizieren, dass sie in stimmiger Weise den jeweils erzielbaren Qualitätsstufen entsprechen.

Vereinspräsident Fritz Wieninger betonte, dass etwa der Nußberg keinsfalls in seiner Gesamtheit als "Große Lage" qualifiziert werden könne. Gewisse Zipfel, die weinbaulich nicht so optimale Voraussetzungen bieten, werde man abzwacken müssen. In anderen Gegenden müsse man sich genau anschauen, welche Rieden die Bezeichnung "Groß" verdienen.

Freilich werden die 190 Wiener Winzer danach streben, dass künftig bei Weinen von möglichst vielen Rieden aus eigenem Besitzstand die Bezeichnungen "Erste Lage" und "Großes Gewächs" auf dem Flaschen-Etikett stehen darf – denn solche Aufschriften bringen den Betrieben Renommee. Insofern wird eine Klassifizierung der einzelnen Wiener Lagen, deren es eine ganze Menge gibt, politisch ziemlich schwierig sein. Im Vergleich zu anderen Weinbaugebieten habe man in Wien mit dem exakten Weinbaukataster eine hervorragende Ausgangsposition, meint Edlmoser. Während etwa im burgenländischen Seewinkel diskutiert wird, wo der "Heideboden" anfängt und wo er aufhört, könne man in Wien die einzelnen Lagen auf den Quadratmeter genau abgrenzen.

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Dokument erstellt am 2015-04-28 11:58:31
Letzte nderung am 2015-05-01 19:28:25



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