• vom 11.06.2015, 18:42 Uhr

Wein

Update: 13.06.2015, 01:27 Uhr

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Rotweininseln in Österreich




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Von Johann Werfring

  • Die wichtigsten Standorte für österreichischen Rotwein sind rasch aufgezählt: Es handelt sich um das gesamte Burgenland und in Niederösterreich um Carnuntum sowie um die Thermenregion. Abseits der bekannten Herkünfte befinden sich allerdings "Rotweininseln" mit zum Teil bemerkenswerten Gewächsen.

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Freilich geben hierzulande in punkto Rotwein die Burgenländer und die niederösterreichischen Winzer rund um Göttlesbrunn sowie in der Südbahnregion den Ton an. Indes ist es für Rotweinfans durchaus lohnend, sich auch in anderen Gegenden umzusehen.

Rotweinreben entlang der Donau


Genau genommen befinden sich die Anbaugebiete nördlich der Donau, in einigen wenigen Ausnahmefällen aber auch südlich der Donau. Dazu zählen zweifellos der Winzerhof der Familie Dockner in Höbenbach, der mit seinen Cuvées namens Sacra und Sacra Grande Reserve immer wieder Top-Platzierungen erreicht hat, und das Weingut Malat, wo schon Vater Gerald Malat bewiesen hat, dass am Fuße des Göttweiger Berges beachtliche Rotweinqualitäten, und zwar sogar aus den Bordeaux-Rebsorten wachsen können. Am östlichen Stadtrand von Krems gelegen, ist das Miniaturweingut von Wolfgang Wandraschek, der ausschließlich auf Rotwein setzt und sich in den vergangenen Jahren eine treue Fangemeinde aufgebaut hat.

In Langenlois, dem Weinbauzentrum des Kamptals, lassen sich exzellente Rotweine etwa im Weingut Bründlmayer finden, wo besonders der zartgliedrige Pinot Noir und der seltene Cabernet Franc in den letzten Jahren für Furore gesorgt haben. Quasi in Rufweite befindet sich das Weingut von Thomas Leithner, der als Urenkel von Rebforscher Fritz Zweigelt diesem einen überaus kraftvollen Premium-Zweigelt als "Hommage" widmet. Schöne Erfolge, speziell mit Pinot Noir und St. Laurent, wie es sich für einen Außenposten eines Zisterzienserstifts gebührt, hat auch Schloss Gobelsburg vorzuweisen.

Weißwein, Rotwein und Pinot Noir

"Wir haben Weißwein, Rotwein und Pinot Noir". So lautet die scherzhafte Antwort von Karl Fritsch auf die Frage nach seinem Portfolio, aus dem er mit Recht seinen finessenreichen Pinot Noir "P" hervorhebt. Bemerkenswerterweise gibt es am Wagram eine ganze Reihe verlässlicher Pinot Noir-Anbieter, zu denen fraglos die Weingüter Leth, Anton Bauer, Kolkmann, Schuster und Greil gehören. Toni Bauer hat sich überhaupt als Rotwein-Spezialist hervorgetan und nahezu die Hälfte seiner Rebfläche mit Rotweinreben bestockt.

Ein Rotes Meer …

… ist aus dem Weinviertel nicht geworden, auch wenn dort in weinbaupolitisch fragwürdiger Weise die Zweigelt-Auspflanzungen forciert wurden, was in ungünstigen Jahren sogar zu einer gewissen Rotweinschwemme geführt hat. Freilich hat es im weiträumigen Weinviertel schon immer zuverlässige Rotweininseln gegeben, zu denen im Nordwesten das Gebiet um Retz und das Pulkautal zählen. Der bekannteste Betrieb ist wohl jener von Familie Zull, die mit Cuvées und Pinot Noir schon seit den 1990er Jahren erfolgreich war, jetzt aber die Rotweinfläche stetig zurücknimmt und stärker auf den international nicht so stark konkurrenzierten Weißwein setzt.
In Dobermannsdorf haben die Weinwurms ihr Gespür für Zweigelt bewiesen, der sich als Stammgast bei diversen Toprankings erwiesen hat. Nahezu Gleiches lässt sich vom Top-Wein von Christoph Bauer (Jetzelsdorf bei Haugsdorf) behaupten, dessen Zweigelt Privat zu den allerbesten österreichischen Sortenvertretern zählt. Im Nordosten des Weinviertels gibt es rund um die Weinorte Herrnbaumgarten und Schrattenberg eine weit weniger bekannte rote Insel. Primus inter Pares ist dort das Weingut von Anna und Alois Schwarz mit einer exquisiten Rotweinpalette.

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Dokument erstellt am 2015-06-11 16:44:33
Letzte nderung am 2015-06-13 01:27:11



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