Hans Filbinger fällte in der NS-Zeit Todesurteile. - dpa/Seeger

Der einstige NS-Richter und spätere Politiker Hans Filbinger aus Sicht seiner Tochter

Schwieriges väterliches Erbe

Am 7. August 1978 trat der damalige Ministerpräsident von Baden- Württemberg, Hans Filbinger, nach nahezu zwölfjähriger Amtszeit zurück. Diesem Schritt war eine monatelange heftige politische Debatte über Filbingers Tätigkeit als Militärrichter im Zweiten Weltkrieg in Norwegen vorausgegangen. Der Schriftsteller Rolf Hochhuth hatte mit dem... weiter




Die Arbeitssituation kann ein Burn-out zur Folge haben. - corbis

Arbeit macht glücklich und mitunter krank

Dieses Buch zu lesen bedeutet Arbeit: Der deutsche Neurobiologe Joachim Bauer hat viele Daten, Erkenntnisse und Meinungen zum Thema Arbeit gesammelt. Er spannt fundiert und unaufgeregt den Bogen von der ablehnenden Haltung der Griechen gegenüber körperlicher Arbeit über die moderne Arbeitswelt bis zur Fähigkeit zur Muße... weiter




Gisa Klönne. - Felix Brueggemann

Exotischer als die Karibik

Klönne, Gisa: Das Lied der Stare nach dem Frost

  • Die deutsche Autorin Gisa Klönne erzählt spannend und poetisch vom Heimatverlust einer deutsch-deutschen Familie.

Seit dem Autounfall ihres Lieblingsbruders Ivo an einem Januartag meidet Rixa Hinrichs die deutschen Winter und tingelt als Barpianistin durch die Welt. Sie versucht zu vergessen: ihre Trauer um den Bruder und den Zerfall ihrer Familie, die Abneigung ihrer Mutter gegen ihre Musikleidenschaft und ihr Versagen beim Examen am Konservatorium... weiter




Mentalcoach Nietzsche

Peer, Alexander: Bis dass der Tod uns meidet

  • "Bis dass der Tod uns meidet" von Alexander Peer.

Der Philosoph Friedrich Nietzsche, zu Lebzeiten von des Schicksals Gunst nicht verwöhnt und um Anerkennung bemüht, für die er auch als Selbstvermarkter tätig war, hat spätestens mit dem Eintritt in seinen sogenannten Wahnsinn eine Ruhmesfahrt hingelegt, die sich zu einer nicht enden wollenden Welttournee auswuchs... weiter




Schreibt auf Deutsch: Marjana Gaponenko. - Wikimedia/Harald Krichel

Käuze, die keine Federn lassen

Gaponenko, Marjana: Wer ist Martha?

  • Die ukrainische Autorin Marjana Gaponenko hat für ihren Roman-Zweitling, "Wer ist Martha", den Chamisso-Preis 2013 erhalten.

Auch ein verrücktes Huhn findet, seltsam genug, zuweilen ein Korn. Ein verrückter Hahn tut sich da schon schwerer. Ein alter Gockel aber, bleibt er nur verrückt genug, kann sich mit einem Mal ein ganzes Kornfeld als Tummelplatz leisten. Zumindest geht es dem emeritierten Vogelkundler Luka Lewadski so... weiter




Selbstzerstörung

Martini, Thomas: Der Clown ohne Ort

Anfangs hatte Nain die Anonymität Berlins gut getan. Nach der Trennung von Amaia war er ein Stadtnomade geblieben. Schon während des Studiums hatter er eine feste Stelle und das Angebot, im Europaparlament zu arbeiten. Vorher Politikstudium, Auslandssemester, Assistenz bei einem Bundestagsabgeordneten - mit dem perfekten Lebenslauf war er der ganze... weiter




Abenteuerreise

Fries, Fritz Rudolf: Last Exit to El Paso

Zwei alte, gebrechliche Freunde haben eine Weltreise gewonnen, die sie zuerst in die USA führt. Der deutsche Autor Fritz Rudolf Fries, ein Meister des Schelmenromans, schickt in "Last Exit to El Paso" seine zwei klassisch gebildeten, in der DDR sozialisierten Helden auf Abenteuerreise, die bald zu einer von geheimnisvollen Kräften inszenierten... weiter




Post aus dem schönen Zell am See: ein "tief verletzender Gruß an den Daheimgebliebenen". - Wikimedia

Weißer Fleck, dunkler Punkt

  • Dietmar Grieser lädt in seinem neuen Buch "Landpartie" zu amüsanten und berührenden Streifzügen quer durch seine Wahlheimat Österreich. - Mit Zell am See etwa verbindet der Autor ein ganz persönliches Trauma.

Zell am See kann nichts dafür, dass ich es so konsequent meide, als wäre die Perle des Pinzgaus in Wahrheit ein verruchter Ort, abscheulich, ungastlich, ein Hort des Bösen. Nur ein einziges Mal bin ich dort gewesen, und auch das nur für wenige Stunden: Es war eine Einladung zu einer Schullesung am örtlichen Gymnasium... weiter




Götz Aly, Morlind Tumler: Ihre Tochter war Anlass für sein Buch über Euthanasie. - David Oliveira

Der Historiker Götz Aly, selbst Vater einer behinderten Tochter, hat ein Buch über NS-Euthanasie geschrieben

"Mein Kind ist eine Belastung"

  • Die Eltern Götz Aly und Morlind Tumler über Nichtwissenwollen und Loslassen.

"Wiener Zeitung": Frau Tumler, Herr Aly, ich habe einen Bruder mit Downsyndrom. Deswegen schreibe ich als Journalistin selten zum Thema Behinderung; ich bin persönlich zu stark involviert. Sie, Herr Aly, haben nun Ihr Buch "Die Belasteten", eine Gesellschaftsgeschichte über Euthanasie zwischen 1939 bis 1945, herausgebracht... weiter




Erhält den Büchner-Preis 2013: Sibylle Lewitscharoff überzeugte die Jury mit der  "subtilen Auseinandersetzung mit großen literarischen Traditionen". - APAweb / EPA, Jans Woitas

59-jährige Autorin ausgezeichnet

Lewitscharoff erhält Büchner-Preis

  • Texte vertiefen "die genaue Wahrnehmung der deutschen Gegenwart", so die Jury.

Darmstadt. Die 59-jährige deutsche Autorin Sibylle Lewitscharoff erhält den Georg-Büchner-Preis 2013. Das gab die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag bekannt. Der renommierte, mit 50.000 Euro dotierte Preis soll am 26. Oktober in Darmstadt verliehen werden. Im Vorjahr war die Auszeichnung an Felicitas Hoppe gegangen... weiter




Grabstein im Pablo Neruda Musuem in Chile. - APAweb/ EPA/FELIPE TRUEBA

Chile

CIA-Agent soll Neruda vergiftet haben

  • Justiz auf der Suche nach dem Mörder des Literatur-Nobelpreisträgers.

Santiago de Chile . Fast 40 Jahre nach dem Tod des chilenischen Literatur-Nobelpreisträgers Pablo Neruda, der nur wenige Tage nach dem Putsch gegen Präsident Salvador Allende in einem Spital in Santiago de Chile gestorben war, hat der chilenische Richter Mario Carozza der Polizei den Auftrag gegeben, den mutmaßlichen Mörder festzunehmen... weiter




Ein Beispiel für Zersplitterungstendenzen: Viele Katalanen wollen sich von Spanien trennen. - epa

Karin Kneissl beschreibt, welche Zerreißproben Staaten und Gemeinschaften heute bedrohen

Die atomisierte Gesellschaft

"Amerika ist heute von expandierenden Staaten weniger bedroht, als wir es von scheiternden Staaten sind", hieß es bereits 2002 in der nationalen Sicherheitsstrategie der US-Regierung. Staaten zerfallen, scheitern, implodieren. Die damit einhergehenden Missstände - von Flüchtlingselend bis hin zum Export extremer Ideologien und Gewalt - bringen... weiter




Für ein demokratisches Israel

Es ist eine schonungslos offene Analyse des Umgangs amerikanischer jüdischer Organisationen und der US-Regierung gegenüber der einzigen etablierten Demokratie im Nahen Osten, gegenüber Mythos und Realität. Der US-Politikwissenschaftsprofessor Peter Beinart gibt hier als liberaler Jude ein herzhaftes Plädoyer ab für eine deutliche Richtungskorrektur... weiter




Bücher

Bücher aktuell

Werte als Halt einer Gesellschaft (WT) Wie können demokratisch gewachsene Ethikleitlinien in unserer multioptionalen Gesellschaft gelebt werden und auch der jungen Generation Halt und Zuversicht angesichts der vielschichtigen Herausforderungen unserer Zeit geben? Darum geht es in einer umfangreichen Festschrift zum 70... weiter




Der Atlantik: Furcht einflößende Weite, verhängnisvolle Elementargewalt . . . - Foto: Robert Bressani

Schicksalhafte Schranke

  • Fundamentale, erhellende und kluge Bücher erzählen vom elementaren Schauder und Vergnügen, von der Bewirtschaftung, der Verheerung und den Schrecken der Weltmeere.

Am Anfang war nicht das Wort, nicht das Licht. Am Anfang war die Furcht. Die Furcht vor der Weite, vor der Tiefe. Die Furcht vor der schier unendlichen Dunkelheit, vor der finsteren Nacht in den Abgründen des Meeres, die nur hie und da durchzuckt wurden von erschreckendem Phosphoreszieren. Der erste Eindruck... weiter




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Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk.

Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt. 18.6.2013: Heute herrscht in Österreich wieder Badewetter: Über 35 Grad Celsius werden erwartet.

Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück. Ein frömmelnder Heuchler schleicht sich in das Vertrauen eines alten Patriarchen und versucht, sich alles anzueignen, was diesem teuer ist: Frau, Haus und Tochter. Abgespielt hatte sich das Ganze in der Wohnküche eines Landhauses, auf den Brettern des Akademietheaters. Im Bild: Gert Voss (r.) als "Orgon", Edith Clever (m.) als "Dorine" und Adina Vetter als "Marianne".

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