Lilian Faschinger. - © Marko Lipus

Scheinheilige Konvention

Faschinger, Lilian: Die Unzertrennlichen

  • Die österreichische Schriftstellerin Lilian Faschinger nutzt die Techniken des Kriminalromans, um die Abgründe der Liebe und der Provinz schonungslos auszuleuchten.

Dass es anders kommt, als man dachte, ist das, was man von einem guten Krimi erwarten darf. Und in einem viel grundsätzlicheren Sinne - auf mehr als die spannende Handlung bezogen - ist es das, was man von einem guten Buch erwartet: dass es einen überrascht, mit Originalität am besten, einer irgendwie eigenen, aufregenden Stimme... weiter




Aberwitz der Zeitläufte

Rosendorfer, Herbert: Huturm

  • Herbert Rosendorfers neuer Roman, "Huturm".

Der Lehrer Hahn, Revolutionär, ein 48er, schimpfte den Fürsten gern "Blutsauger, Bauernschinder, Geschwür am Körper des Volkes". Fürst Feldenwerth-Tragans nahm es ihm nicht übel, vielleicht weil auch er ein Zugezogener war, und die es auf diesem Fleckchen Erde nicht leicht hatten. Der Guggemot zum Beispiel war fast gleichzeitig mit dem Fürsten nach... weiter




Reise-Satire

Wieland, Rayk: Kein Feuer, das nicht brennt

Was ist realer, wahrer: Das, was Touristen in aller Welt vor Ort sehen, oder das, was wir zu Hause in Reportagen oder Dokumentationen über ferne Länder lesen bzw. sehen? Bestätigen wir unser Bild nicht nur, wenn wir reisen? In Rayk Wielands Roman "Kein Feuer, das nicht brennt" erzählt ein Reisereporter, der nicht reist, warum er dies nicht tut... weiter




Kürzestporträts

Kriegleder, Wynfried: Eine kurze Geschichte der Literatur in Österreich

Selbst diese kurze Geschichte der österreichischen Literatur braucht knapp 600 Seiten, dabei hält sich Wynfried Kriegleder erst gar nicht mit der leidigen Frage auf, was die österreichische Literatur nun genau von der deutschen unterscheidet. Auch die Frage der personellen Zugehörigkeit löst Kriegleder pragmatisch: Wer längere Zeit in den... weiter




Michel Polac gestorben

  • Der französische Journalist und Literat starb im Alter von 82 Jahren.

Wien. Der bekannte französische Autor und Journalist Michel Polac ist am Dienstagabend im Alter von 82 Jahren in Paris gestorben. Das meldete die französische Nachrichtenagentur AFP. Laut Angaben seiner Familie starb er aufgrund seiner Erkrankung an Erschöpfung. Bekannt wurde Michel Polac durch die Radiosndung "Le Masque et la Plume" auf "France... weiter




Kitsch & Courage

Saberton, Ruth: Herzstück mit Sahne

Katy Carter ist Lehrerin und schreibt Liebesromane von der deftigen Sorte, heimlich. Sie lebt mit James, dem egozentrischen Investmentbanker zusammen, dessen Charakterfehler sie allesamt entschuldigt, sieht er doch aus wie ein Held aus einem Liebesroman. Außerdem gibt es da ihren Kollegen Ollie, ihren besten Freund und den einzigen... weiter




Spiel ohne Regeln

Harvey, John: Pass auf dich auf

Valentinstag, Lynn Kellogg ist auf dem Weg nach Hause, zu einem netten Abend mit ihrem Lebensgefährten Charlie Resnick. Da kommt eine Meldung über Polizeifunk: kämpfende Jugendliche. Lynn übernimmt, stürzt sich allein in eine unübersichtliche Situation. Da fällt ein Schuss, sie wird ebenso getroffen wie eines jener Mädchen, die sich bekämpft haben... weiter




Dirty Business

Harris, Rosemary: Das grüne Versteck

Paula ist eine Aussteigerin, die sich mit ihrem Gartenbaubetrieb eine vermeintlich ruhige Nische im Leben einer US-Kleinstadt gefunden hat. Dennoch muss sie immer wieder mysteriöse Fälle lösen und hat sich daher bereits einen Ruf als Hobby-Detektivin erworben (Das vorliegende Buch hat bereits Vorgänger...)... weiter




Über die Liebe

De Carlo, Andrea: Sie und Er

Daniel ist Zyniker, quasi von Beruf. Immerhin ist er Schriftsteller und hat einen hohen Frauenverschleiß. So schreibt er vielleicht von der Liebe, glaubt aber nicht an sie, ist depressiv, trinkt zu viel und fährt zu schnell. Da passiert es: ein Unfall. Er rammt ein anderes Auto und darin sitzt Clare Moletto. Sie ist Amerikanerin und lebt in Italien... weiter




Virtuelle Gewalt am Computer kann auch die User aggressiv machen. - © APA/GEORG HOCHMUTH

Psychiater und Gehirnforscher Manfred Spitzer warnt in neuem Buch vor zu viel Nutzung der neuen Medien

Eine Überdosis Digital

  • Experte befürchtet, dass wesentliche menschliche Fähigkeiten verkümmern.

"Herr Spitzer, ich ballere hier gerade mit einer virtuellen Kalaschnikow. Wenn ich eine reale hätte, wären Sie der Erste, den ich umnieten würde. PS: Was Sie über den Zusammenhang zwischen virtueller und realer Gewalt sagen, ist vollkommener Unsinn." Mit solchen E-Mails muss der renommierte deutsche Psychiater und Gehirnforscher Manfred Spitzer... weiter




Leopold Federmair: "Übersetzung bedingt einen schöpferischen Umgang mit Sprache. Ein Übersetzer muss zwar keine Geschichte erfinden, aber einen Sinn dafür haben." - © Alexander Ginzel

"Zwei, drei Länder haben in mir Platz"

Leopold Federmair

  • Der in Japan lebende österreichische Schriftsteller Leopold Federmair spricht über das Übersetzen, das für ihn mehr Kunst als Handwerk ist - und warum eine Übertragung das Original eventuell auch verbessern kann.

"Wiener Zeitung": Herr Federmair, Sie haben den Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung erhalten - eine Überraschung für Sie? Leopold Federmair: Es war schon eine Überraschung. Denn Stipendien hatte ich wohl bereits erhalten, doch nie einen richtigen Preis, das ist mein erster. Ich glaube... weiter




Lukas Meschik. - Julian Simonlehner

Wider den Weltentausch

Meschik, Lukas: Luzidin oder Die Stille

  • Der Wiener Jungautor Lukas Meschik schreibt mit Furor gegen den Verlust der kritischen Vernunft an. Seine Warnutopie geißelt den "Homo communicans" und die gesamte Bewusstseinsindustrie.

"Von allen Lügnern der Welt habe ich den meisten Spaß", heißt es im "Lügnerlied" der Indie-Rockband "Filou". Der Texter und Gründer der Gruppe, Lukas Meschik, erweist sich als dunkler Spaßvogel - maßvoll in seinen Liedern, drastisch in seinen Büchern. Der 24-jährige Wiener schreibt sich mit Verve in die Riege der österreichischen Verstörer ein... weiter




Nachkriegs-Leben

Sertl, Franz: ... geboren 1927

Der Wiener Chemiker und Historiker Franz Sertl ist Jahrgang 1927, und genau so alt ist Sepp Reger, die Hauptfigur von Sertls Roman ". . . geboren 1927". Auch sonst bestehen zwischen dem Autor und seinem Helden große Gemeinsamkeiten. Erzählt wird die Lebensgeschichte eines Wieners, der 1945 müde und krank aus der russischen Kriegsgefangenschaft... weiter




Dunkler Altruist

Ampuero, Roberto: Tod in der Atacama

Der Leiter eines Entwicklungshilfeprojekts in der chilenischen Atacama-Wüste wird ermordet. Die Polizei glaubt an einen gewöhnlichen Raubüberfall - der Deutsche Balsen hatte sehr viel Geld im Haus. Eine deutsche Auslandskorrespondentin wittert mehr und beauftragt den Privatdetektiv Cayetano Brulé nachzuforschen: Offenbar war Balsen nach der... weiter




Gastland im Zerrspiegel

Brežná, Irena: Die undankbare Fremde

Eine zarte Person mit Regenschirm balanciert auf einer Lichterkette, zwischen Stromkabeln, Kirchtürmen und Wolken: Das Umschlagbild vermittelt Poesie wie auch Gefährdung, und der Titel, "Die undankbare Fremde", ist doppeldeutig: Ist nur die Aufgenommene undankbar? Oder auch das Zufluchtsland? Eine namenlose Ich-Erzählerin flieht als Pubertierende... weiter




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19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

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