• vom 10.07.2011, 12:41 Uhr

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Update: 07.09.2011, 20:59 Uhr
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Maja Haderlap, die Bachmann-Preisträgerin 2011

In einer Welt mit zwei Sprachen



Klagenfurt. Die Kärnter Slowenin Maja Haderlap hat am Sonntag mit einem Auszug aus ihrem Romanerstling "Engel des Vergessens" den Ingeborg-Bachmann-Preis bei den 35. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt gewonnen. Die zweisprachige Autorin, die bisher vor allem mit Lyrik-Veröffentlichungen von sich reden machte, hat ihr Buch in deutscher Sprache geschrieben, dies habe ihr "einen gewissen Schutz" gegeben, wie sie erklärt.

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"Ich erzähle die Erzählungen der anderen", so beschreibt Haderlap ihre Art zu schreiben. Den Stoff für ihren Roman habe sie jahrelang mit sich herumgetragen, bis die Zeit reif war, den Text zu schreiben. "Auch weil es um eine Sache ging, die wachsen musste und wozu ich in Ruhe recherchieren musste. Das Schreiben war eine große Anstrengung." Die Autorin, die ihre Lyrik in ihrer slowenischen Muttersprache verfasst, wehrt sich dagegen, in "zwei Welten" verortet zu werden, weil sie zweisprachig ist. Sie lebe in einer Welt mit zwei Sprachen, betont sie.

Maja Haderlap wurde 1961 in der Südkärntner Gemeinde Bad Eisenkappel/Zelesna kapla geboren. Sie studierte Theaterwissenschaften und Deutsche Philologie an der Universität Wien, danach arbeitete sie als Dramaturgie- und Produktionsassistentin in Triest und in Ljubljana.

Seit 1989 hat sie immer wieder Lehraufträge an der Universität Klagenfurt, sie gab die slowenische Literaturzeitschrift "mladje" (Jugend, Anm.) heraus (von 1989-1992). Im Jahr 1992 holte sie Intendant Dietmar Pflegerl als Chefdramaturgin ans Stadttheater Klagenfurt, sie blieb 15 Jahre, die gesamte Ära Pflegerl. Haderlap hatte, wie Insider betonen, wesentlichen Anteil am Erfolg des Theaters unter Pflegerl, als sie nach dessen Tod aus dem Theaterbetrieb ausstieg, hatte sie "endlich Zeit zu schreiben".

Ihr Textauszug "Im Kessel" ist geprägt von einem ruhigen Erzählfluss, der mit enorm poetischen, immer präzisen Bildern eine Welt beschwört, die uns lange vergangen scheint und doch in Südkärnten immer noch so gegenwärtig ist. Sie hat in ihren Roman eine ganze Reihe großer Themen hineingepackt, das Ganze aber mit einer gewissen Leichtigkeit, sodass weder der Zweite Weltkrieg noch die Nazizeit, die Verfolgungen der Kärntner Slowenen durch die Gestapo den Leser zu erschlagen drohen. Dabei werden die Dinge aber nicht kleingeredet oder verharmlost.

Haderlap, die von Daniela Strigl für den Lesewettbewerb nominiert worden ist, hat bisher vor allem Lyrik veröffentlicht, und zwar auf Deutsch und auf Slowenisch, "Engel des Vergessens" ist ihre erste Prosaarbeit, die ab Montag im Wallstein-Verlag in den Buchhandel kommt.

Maja Haderlap: Engel des Vergessens. Roman. Wallstein Verlag, 288 Seiten, 19,50 Euro.




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Literatur

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-07-10 12:46:41
Letzte Änderung am 2011-09-07 20:59:32


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