Wien. Ihr Debütroman "Feuchtgebiete" wäre ein zweifelhaftes Filmvergnügen geworden. "Schoßgebete", Charlotte Roches zweiter Bestseller, eignet sich da schon eher für die große Leinwand. Die deutsche Produktionsfirma Constantin Film hat sich nun die Filmrechte an dem im August erschienen Roman gesichert, wie sie am Montag in einer Aussendung mitteilte. Produzent ist Oliver Berben, als ausführender Produzent ist Martin Moszkowicz mit an Bord. Weitere Details sind noch nicht bekannt.
Folgeerscheinungen einer Tragödie
"Schoßgebete" erzählt von der 33-jährigen hochneurotischen Elizabeth Kiel, die Angst vor ziemlich allem hat - außer vor Sex, weshalb dieser auch eine wichtige Rolle in ihrem Leben einnimmt. Neben dem ganz normalen Alltag von Kindererziehung bis Bordellbesuchen mit dem Ehemann behandelt der Roman auch die psychischen Folgeerscheinungen einer Tragödie, die Roche selbst erlebt hat: 2001 kamen ihre drei Brüder bei einem Autounfall auf dem Weg zu Roches geplanter Hochzeit ums Leben; ihre Mutter wurde schwer verletzt. Sie habe das geschrieben, "weil ich das Gefühl hatte, das muss jetzt raus. Ich habe bis heute nicht getrauert, kein bisschen", sagte Roche dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".
"Verruchte Heimatschnulze"
Die 33-jährige gebürtige Britin sorgte Anfang 2008 mit der Veröffentlichung ihres Romans "Feuchtgebiete" über die sexuellen Fantasien einer 18-Jährigen für eine gesellschaftliche Debatte, in deren Mittelpunkt Sex, Ekel und Hygiene-Wahn standen. Auch ihr zweites Werk zog Kritik an. Ihr Stiefvater warf ihr vor, den Unfalltod ihrer Brüder werbewirksam auszuschlachten, während die im Roman als "Über-Feministin" vorkommende Alice Schwarzer das Buch als "verruchte Heimatschnulze" abtat.
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