• vom 30.03.2012, 16:32 Uhr

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Update: 30.03.2012, 22:37 Uhr
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"Tatort"-Drehbuchschreiber lösen Debatte im Internet aus

Autoren im Zwist mit Netzgemeinde



  • 51 TV-Autoren protestieren mit Manifest gegen "Gratis-Kultur".


dpa/WDR dpa/WDR

Berlin.(bau) In Zeiten des Internets geht es schnell: Gerade einmal etwas mehr als drei Stunden liegen zwischen einem offenen Brief von 51 Autoren der Krimireihe "Tatort" an "Grüne, Piraten, Linke und die liebe Netzgemeinde" und der Antwort eben jener "Netzgemeinde" - "keck vertreten" von der Hacker-Vereinigung "Chaos Computer Club" (CCC). Das mehrseitige Wortgemetzel, das sich die beiden losen Vereinigungen lieferten, hallt wohl auch noch am Wochenende durch das digitale Universum.

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Bei dem erdigen Wortgefecht geht es im Kern um die aktuelle Debatte über das deutsche Urheberrecht (Stichwort: Leistungsschutz im Internet). Die Autoren wollen im Wesentlichen, dass (wenn schon nichts getan wird, um die "Gratis-Kultur" im Internet einzudämmen) wenigstens alles so bleibt, wie es ist. Die "Netzgemeinde" wünscht sich hingegen Einschränkungen bei den Nutzungsrechten der Autoren, damit geschützter Content schneller ins Allgemeingut übergeht und damit digital von jedermann kostenlos genutzt werden kann.

Die Autoren sehen sich etwa durch eine diskutierte Verkürzung der sogenannten Schutzfristen (wie lange ein Werk urheberrechtlich geschützt ist) als dessen Urheber "enteignet und dramatisch schlechter gestellt". Die Autoren kritisieren, dass die Piraten nicht etwa "Google, Youtube und die anderen Internetserviceprovider, die sich dumm und dämlich daran verdienen, illegale Kontakte zu vermitteln" kritisieren, sondern etwa die Verlage und Verwertungsgesellschaften, die auf den Rechten der Autoren (und ihre eigenen) bestehen - und diese auch durchsetzen wollen.

Das sieht der CCC anders: "Es stellt sich heraus, dass man auch ohne Verwertungsindustrie überleben kann. Anstatt Euch an den Konsumenten gütlich zu tun, solltet Ihr Eure Anstrengungen darauf konzentrieren, für Eure Werke direkt vom Auftraggeber ordentlich entlohnt zu werden." Die Pauschalkritik an der Community weist man als "infantil" zurück.

Schweiger gegen Vorspann
Apropos "Tatort": Schauspieler Til Schweiger (48) will in seinem ersten "Tatort" als Kommissar, den er gerade dreht, den traditionsreichen Fadenkreuz-und-Augen-Vorspann abschaffen: "Den finde ich irgendwie dämlich und outdated. Den würde ich gerne ändern. Da werde ich dafür kämpfen, dass bei meinem ,Tatort‘ ein anderer Vorspann läuft." Nachsatz: "Ich weiß nicht, ob’s mir gelingt."

Schauspieler Harald Krassnitzer ist der österreichische "Tatort"-Kommissar.

Schauspieler Harald Krassnitzer ist der österreichische "Tatort"-Kommissar.© APA/HERBERT NEUBAUER Schauspieler Harald Krassnitzer ist der österreichische "Tatort"-Kommissar.© APA/HERBERT NEUBAUER




Schlagwörter

Tatort, Medien

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-03-30 17:17:06
Letzte Änderung am 2012-03-30 22:37:15


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