• vom 20.01.2016, 15:55 Uhr

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Nachruf

Die Mystik der Vernunft




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Von Edwin Baumgartner

  • Der Autor Alexander Giese ist 94-jährig gestorben.



Wien. Nahezu makellos ist seine Übersetzung von William Shakespeares Sonetten. Seine Lyrik hat Magie, seinen Roman "Lerica oder Der lange Schatten" über die Ermordung eines spanischen Faschisten sollte man gelesen haben: Das Werk von Alexander Giese, dem am 21. November 1921 geborenen österreichischen Autor, spannt einen Bogen zwischen Mystik und Vernunft.

Hohe moralische Ansprüche argumentiert Giese rational und exemplifiziert sie an spannenden Handlungen, für die er wiederholt auf historische Vorgänge und Persönlichkeiten zurückgreift. So ist der römische Kaiser Marc Aurel eine Hauptgestalt im Roman "Wie ein Fremder im Vaterland", der Roman "Das Licht Freiheit" spielt zur repressiven Metternich-Zeit. Der Roman "Wie Schnee in der Wüste" erzählt vom mittelalterlichen persischen Philosophen und Dichter Omar Chayyam, dessen komplexe Dichtung Giese beispielhaft ins Deutsche übersetzte.


Das Ethos Gieses war geprägt durch seine Mitgliedschaft bei den Freimaurern, über die er ein Sachbuch schrieb; von 1975 bis 1986 war er Großmeister der Großloge von Österreich. Von 1990 bis 1997 war Alexander Giese Präsident des Österreichischen P.E.N.-Clubs. In die Schlagzeilen kam er, als er 1982 zum Opfer eines neonazistischen Anschlags wurde.

Am 19. Jänner ist Alexander Giese im Alter von 94 Jahren in Wien gestorben.




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Nachruf, Alexander Giese

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Dokument erstellt am 2016-01-20 15:59:07



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