• vom 08.03.2016, 15:47 Uhr

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Update: 09.03.2016, 10:29 Uhr

Interview

"Keiner geht unversehrt durchs Leben"




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Von Luitgard Koch

  • Romantik-Schriftsteller Nicholas Sparks im Interview über Schicksalsschläge, Reichtum und Stephen King.

Muskulöser Oberkörper, gewinnendes Sunny-Boy-Lächeln: Der US-Bestsellerautor Nicholas Sparks wirkt gelassen, sportlich. Dabei führt der Selfmade-Multimillionär nicht etwa ein Luxusleben am Pool seiner Villa in North Carolina. Der Sohn eines Wirtschaftsprofessors hat ein Imperium aufgebaut, das unter Schriftstellern seinesgleichen sucht: Acht seiner siebzehn Romane sind verfilmt. Mehr als 80 Millionen Exemplare seiner Bücher erscheinen in 45 Sprachen. Jetzt kommt sein neuer Roman "Wenn Du mich siehst" auf den Markt, gleichzeitig startet "The Choice - bis zum letzten Tag" in den Kinos. Für den großen Romantiker der Buchwelt gab es in seiner eigenen langjährigen Beziehung allerdings kein Happy End: Vor etwa einem Jahr trennte er sich nach 25 Jahren Ehe von seiner Frau. Die "Wiener Zeitung" traf den 50-jährigen Großmeister der Emotionen.

"Wiener Zeitung": Herr Sparks, wo auf der Welt werden Ihre Romanzen am meisten begehrt?


Nicholas Sparks: Nach Brasilien kann ich nicht ohne Bodyguard reisen. Auf der Buchmesse in Rio gab es einen regelrechten Aufstand. 14.000 Menschen drängten sich und wollten, dass ich Bücher signiere. Ich musste das Gebäude heimlich durch einen Tunnel verlassen. Das war bizarr.

Als Kind lebten Sie unterhalb der Armutsgrenze, heute sind Sie Multimillionär. Wie hat der Reichtum Sie verändert?

Geld ist eine Art Verstärker - genau wie Berühmtheit. Wenn du ein anständiger Mensch bist, tust du Gutes damit. Wenn du ein fieser Zeitgenosse bist, macht Reichtum dich noch egoistischer. Meiner Ex-Frau und mir ist Bildung wichtig, deshalb haben wir die "Nicholas Sparks Foundation" gegründet, mit der wir zum Beispiel eine Schule in New Bern aufgebaut haben. Im Leben sollte es weniger um Materielles und mehr um Erfahrungen gehen.

In Ihren Romanen müssen die Figuren harte Schicksalsschläge erleiden. Glauben Sie im Leben an schicksalhafte Wendungen?

Niemand geht unversehrt durchs Leben. Das spiegeln meine Romane wider. Meine Mutter, war nur 47 Jahre alt, als sie an den Folgen eines Reitunfalls starb, mein Vater kam 54-jährig durch einen Verkehrsunfall ums Leben, bei meinem Sohn Ryan wurde die Diagnose Autismus gestellt und meine Schwester Danielle starb an Krebs. Liebe ist eines der stärksten und mächtigsten Gefühle, genauso wie Trauer. Es gibt kein Leben ohne diese Emotionen. Außerdem möchte ich nicht in totalen Kitsch abdriften.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-03-08 15:50:06
Letzte ńnderung am 2016-03-09 10:29:02



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