• vom 24.06.2016, 20:30 Uhr

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Tage der deutschsprachigen Literatur

"Flirrende Scheinwelt Klagenfurt"




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  • Ab Mittwoch wird wettgelesen: Ein reichlich internationales Teilnehmerfeld haben die "Tage der deutschsprachigen Literatur" heuer.

Klagenfurt. Aus acht Nationen kommen die Teilnehmer beim 40. Wettlesen um den Bachmann-Preis in Klagenfurt heuer: Neben zahlreichen Autoren aus Deutschland nehmen Schreiber mit serbischen, israelischen, türkischen, britischen, französischen und Schweizer Wurzeln an den "Tagen der deutschsprachigen Literatur" teil. Als österreichischer Beitrag geht die Wienerin Stefanie Sargnagel ins Rennen. Im Vorjahr hatte sie das Wettlesen noch als "Deutschland sucht den Superstar für Streber" bezeichnet. Für heuer hat sie angekündigt, sie wolle "einfach einen lustigen Text vorlesen und fertig. Ich finde es pseudo, was Provokatives zu machen." Im heurigen doppelten Jubiläumsjahr - neben dem 90.Geburtstag von Ingeborg Bachmann wird auch der 40.Jahrestag des Bewerbs gefeiert - gehen die "Tage der deutschsprachigen Literatur" von 29. Juni bis 3. Juli über die Bühne. Am Eröffnungsabend hält Burkhard Spinnen die schon traditionelle Klagenfurter Rede zur Literatur - er war von 2008 bis 2014 Juryvorsitzender des Bachmann-Preis-Wettlesens. Die Lesungen selbst finden von 30. Juni bis 2. Juli jeweils ab 10 Uhr im ORF-Theater Klagenfurt statt, bevor am 3. Juli um 11 Uhr die Preise vergeben werden.

14 Autoren wurden heuer von der im Vergleich mit dem Vorjahr unveränderten, siebenköpfigen Jury unter Vorsitz von Hubert Winkels geladen. Neben Stefanie Sargnagel hat auch Marko Dinic einen starken Österreichbezug, der gebürtige Wiener hat allerdings einen serbischen Pass. Er sieht sich als "ein serbischer, ein jugoslawischer Schriftsteller in deutscher Sprache". Dabei verarbeite er sprachlich auch viele serbische Einflüsse. "Deutsch ist mir fast zu brav." Tomer Gardi aus Israel und Sharon Dodua Otoo aus Großbritannien sind ebenso in Klagenfurt zu Gast wie Selim Özdogan aus der Türkei. Dieter Zwicky kommt aus der Schweiz und zum zweiten Mal. Er trat bereits 2007 an und weiß daher: "Klagenfurt ist als gefühlter temporärer Weltmittelpunkt deutschsprachiger Literatur auch eine flirrende Scheinwelt."


Nur im Spiegelbild
Der Großteil der Teilnehmer kommt allerdings auch dieses Jahr aus Deutschland: Ada Dorian, Isabelle Lehn, Sascha Macht, Bastian Schneider, Jan Snela, Astrid Sozio, Julia Wolf und die Deutsch-Französin Sylvie Schenk.

Neben dem Ingeborg-Bachmann-Preis, der mit 25.000 Euro dotiert ist, werden der Kelag-Preis (10.000 Euro) und der 3sat-Preis (7.500 Euro) vergeben. Die Zuhörer selbst können via Internet bestimmen, wer den BKS-Bank-Publikumspreis mit nach Hause nehmen darf - dieser ist mit 7.000 Euro dotiert.

Für das 40. Wettlesen wurde in Klagenfurt aber auch für ein reichhaltiges Rahmenprogramm gesorgt. Eine Wanderung auf Bachmanns "Gedankenspuren" in Klagenfurt findet am 25. Juni statt. Am 1. und 2. Juli wird in der Theaterhalle 11 ein "szenisches Doppelporträt" aufgeführt: "Es gibt mich nur im Spiegelbild" von Maxi Blaha ist Ingeborg Bachmann und Elfriede Jelinek gewidmet.




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Dokument erstellt am 2016-06-24 16:14:03



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