• vom 30.09.2016, 15:56 Uhr

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Update: 06.10.2016, 13:50 Uhr

Buchkritik

Die Zeit des Mitgefühls ist gekommen




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    (ski) Die Zeit des Mitgefühls sei gekommen, meint der gebürtige Tibeter Thupten Jinpa in seinem neuen Buch zu dieser Thematik. Der langjährige Vertraute und Übersetzer des Dalai Lama lebt in Kanada und ist Präsident des "Mind and Life Institute" in Louisville (Colorado), das dem Dialog zwischen moderner Wissenschaft und Buddhismus gewidmet ist.

    Für Jinpa sitzt die gesamte Menschheit in einer kleiner gewordenen Welt im selben Boot. Sie sei dazu aufgerufen, "den Geist des Miteinanders und der Zusammenarbeit zu fördern". Unter Mitgefühl verstehe man, so Jinpa, "ein Gefühl der Anteilnahme, das sich einstellt, wenn wir fremdem Leiden begegnen und dabei den Antrieb verspüren, etwas zu seiner Linderung beizutragen". Aus seiner Sicht ist Mitgefühl "nichts Heroisches, sondern etwas ganz und gar Menschliches". Die Frage dabei sei nicht, "ob wir mitfühlend sind, sondern ob wir uns dafür entscheiden, die mitfühlendere Seite unserer selbst zu offenbaren". Unwillkürlich fällt einem da Goethes berühmtes Wort ein: "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut."


    Jipta lehrt und forscht an der Stanford University, wo er ein Zentrum für die Erforschung und zur Entwicklung von Mitgefühl gegründet hat. Auch ein Trainingsprogramm zur Ausbildung von Mitgefühl ist ihm zu verdanken. Er ist überzeugt, dass Offenheit und Empathie dem Menschen guttut, er aber selbst den Anfang machen muss: "Wir können nicht warten, bis sich die Gesellschaft verändert, sondern müssen selbst die Initiative dazu ergreifen. Eine Welt mit mehr Mitgefühl fängt beim Einzelnen an."

    Sachbuch

    Mitgefühl.

    Thupten Jinpa

    O. W. Barth Verlag 2016,
    20,60 Euro, 304 Seiten




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2016-09-30 15:59:03
    Letzte nderung am 2016-10-06 13:50:03



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