• vom 04.10.2016, 15:01 Uhr

Autoren

Update: 04.10.2016, 15:08 Uhr

Freistädter Literaturtage

Das Dunkle in den Seelen




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Edwin Baumgartner

  • Die Freistädter Literaturtage konzentrieren sich auf Autoren aus Oberösterreich - und erheben gerade mit ihnen internationalen Anspruch.

Fritz Lehner, Filmregisseur und Autor, bestreitet die Eröffnung der Freistädter Literaturtage. - © Foto: Magdalena Blaszczuk

Fritz Lehner, Filmregisseur und Autor, bestreitet die Eröffnung der Freistädter Literaturtage. © Foto: Magdalena Blaszczuk

Herbstzeit ist Bücherzeit. Jeder Verlag und jeder Buchhändler weiß, dass der Herbst für den Buchmarkt ideal ist. Nur wegen des bevorstehenden Weihnachtsfestes und dem Verlegenheitsgeschenk Buch? ("Ich weiß, Du unterstützt die Walaktionen von Greenpeace, darum dachte ich, Du wirst ,Moby Dick‘ mögen.") Es ist aber nicht nur das: Irgendwie verleiten die länger werdenden Abende, zum bedruckten Papier zu greifen.

Demenstprechend ist es auch die Zeit der Literaturfeste. Die Freistädter Literaturtage kümmern sich ganz speziell um die Literatur oberösterreichischer Autorinnen und Autoren. Mit Provinzialität hat das indessen rein gar nichts zu tun. Im Gegenteil: Die stärkste Literatur Österreichs entstammt stets sogenannten Provinz.

Dunkles in den Seelen

Oder um es zu konkretisieren: Fritz Lehner, der mit seinem Roman "Seestadt" die Freistädter Literaturtage eröffnet, ist zwar vor allem Filmfans ein Begriff: Mit "Das Dorf an der Grenze", "Schöne Tage" und "Mit meinen heißen Tränen" gelang es ihm, auf künstlerisch hohem Niveau breiten Erfolg zu haben. Mit der Romantrilogie "Hotel Metropol" positionierte er sich als Autor. "Seestadt" ist ein veritabler Psychothriller, und der Spaziergang des Protagonisten Kellermann durch eine sonnendurchflutete Allee führt in die dunkelsten Bereiche des Menschseins.

Reinhard Kaiser-Mühleckers "Fremde Seele, dunkler Wald" ist gewissermaßen ein Anti-Bauernroman um schuldhafte Verstrickungen zweier Brüder, die erkennen müssen, dass sie der Welt nicht entfliehen können.

Anna Weidenholzer hat es mit ihrem literarischen Kammerspiel "Weshalb die Herren Seesterne tragen", einer Glückssuche, die zur Selbstbefragung wird, auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2016 geschafft. Eine Internationalität, die allen Autoren der Freistädter Literaturtage wohl ansteht.

Freistädter Literaturtage

Fritz Lehner: Seestadt (6. Okt.); Otto Tremetzberger: Die Unsichtbaren (28. Okt.); Reinhard Kaiser-Mühlecker: Fremde Seele, dunkler Wald (17. Nov.); Anna Weidenholzer: Weshalb die Herren Seesterne tragen (25. Nov.): Diese Veranstaltungen finden im Kino Freistadt statt. Misst! Missverständnisse & Missgeschicke (Theater, 18. Nov.) im Salzhof.

Beginn stets um 20 Uhr.





1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-10-04 15:05:07
Letzte ─nderung am 2016-10-04 15:08:17



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Die Orgie wird kalt!"
  2. Menasse gewinnt den Deutschen Buchpreis
  3. Tumulte bei Höcke-Auftritt
Meistkommentiert
  1. Menasse gewinnt den Deutschen Buchpreis
  2. Tumulte bei Höcke-Auftritt
  3. Ein Asyl-Appell

Werbung





Werbung


Werbung