• vom 10.10.2016, 16:59 Uhr

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Update: 11.10.2016, 10:17 Uhr

Sachbuch

"Klar, dass bei vielen der Zorn wächst"




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Von Christian Ortner

  • Deutschlands streitbarster Polizist warnt in einer knallharten Streitschrift vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen in deutschen Städten - und erhebt massive Vorwürfe gegen Politik und Justiz.

Rainer Wendt ist der wahrscheinlich bekannteste Polizist des deutschen Sprachraums, wenn man einmal von den sonntagabendlichen "Tatort"-Kommissaren absieht. Wann immer es in deutschen TV-Talkshows, Zeitungsdebatten oder Podiumsdiskussion um die innere Sicherheit geht, ist der Polizeigewerkschaftspräsident Wendt einer, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt und auch einflussreiche Politiker verbal ohrfeigt, wenn ihm das notwendig erscheint.

Als die Grünen-Politikerin Renate Künast nach dem jüngsten Axt-Attentat in Bayern die Polizei kritisierte, attestierte ihr Wendt vor laufender TV-Kamera prompt "Klugscheißerei". Ähnlich meinungsfreudig und formulierungswuchtig kommt erwartungsgemäß sein neuestes Buch "Deutschland in Gefahr - Wie ein schwacher Staat unsere Sicherheit aufs Spiel setzt" daher, in dem er sich vor allem mit den Folgen der Massenzuwanderung aus Afrika und dem Nahen Osten für die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland auseinandersetzt. Und Zustände bis an den Rand des Bürgerkriegs prophezeit, wenn die Politik nicht endlich dem Rechtsstaat wieder jenen Respekt verschafft, den er verdient und benötigt.


Alles mit Geld zukleben
Der Befund des CDU-Mitglieds Wendt - "Es kann nicht laufen, dass wir die Integration schon mal grundlegend vermasselt haben und dann sagen, jetzt kommen 1,5 Millionen in kurzer Zeit, aber diesmal schaffen wir das" - dürfte bei der CDU-Kanzlerin in Berlin überschaubare Freude ausgelöst haben. Denn mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis der Polizisten stellt er die vor allem zu Beginn der Zuwandererwelle obrigkeitlicherseits verbreitete "Alles unter Kontrolle"-Parole ziemlich in Frage, genauso wie das "Wir-schaffen-das"-Mantra von Frau Merkel.

"Eine Weile lang werden wir mit unserem Reichtum noch viele Konflikte in unserer Gesellschaft beschwichtigen und mit Geld verkleben können", fürchtet er. "Aber spätestens, wenn Verteilungskämpfe größer werden und die Leistungsfähigkeit des deutschen Steuerzahlers zurückgeht, brechen offene Unruhen und Kämpfe zwischen unterschiedlichsten Gruppierungen aus und werden kaum beherrschbar sein, jedenfalls nicht mit einer kaputtgesparten Polizei. Wenn zusätzlich extremistische Gruppen ihre Kriege und bewaffneten Konflikte auf unseren Straßen austragen, werden wir mit runden Tischen und Workshops nicht weit kommen", so Wendt.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-10-10 17:05:09
Letzte nderung am 2016-10-11 10:17:02



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