• vom 12.10.2016, 10:15 Uhr

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Update: 12.10.2016, 10:27 Uhr

Elfriede Jelinek

Zurückgezogen, aber nicht verstummt




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  • Anlässlich des 70ers der Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek am 20. Oktober widmet ihr Radio Ö1 einen umfangreichen Programmschwerpunkt.

Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek auf einem Archivfoto.

Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek auf einem Archivfoto.© Foto: apa/Roland Schlager Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek auf einem Archivfoto.© Foto: apa/Roland Schlager

Seit Elfriede Jelinek 2004 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, ist sie selbst eine körperlose Stimme geworden. Auf die große Ehrung folgte der große Rückzug. Jelinek, die in den 1980er und 1990er Jahren als engagierte Autorin in medialen Debatten präsent gewesen ist, meidet öffentliche Auftritte und gibt so gut wie keine Interviews mehr. Das Gros ihrer Texte erscheint im Netz. Den Literaturbetrieb brandmarkt die Nobelpreisträgerin als korrupt. Verstummt ist sie deshalb aber längst nicht. Zu ihrem 70. Geburtstag am 20. Oktober widmet Radio Ö1 der Schriftstellerin einen sehr umfangreichen Programmschwerpunkt:

Jelineks "Jackie" steht auf dem Programm der "Hörspiel-Galerie" am Samstag, den 15. Oktober (14 Uhr). Es spielt Marion Breckwoldt, Regie führte Karl Bruckmaier (BR 2003). In der 2004 mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichneten Hörspiel-Version ruft die ehemalige Heroine Amerikas, ein längst verstorbenes Idol, aus dem Jenseits die Toten an. Dabei erschafft sie ein Bild von sich selbst, inszeniert sich als Kunstwerk. Mit biografischen Fakten und einem permanenten Vergleich mit Marilyn Monroe, Jackies stärkster Gegenspielerin, umkreist Jelinek in ihrem Hörspielmonolog Jacqueline Bouvier (1929-1994). Ein Leben voller Glanz und Glamour, Bedeutung und Behauptung, Schicksalsschläge und Schocks.

Musikalische Sprachkünstlerin

Ab 17.05 Uhr begibt sich dann ein "Diagonal: zur Person Elfriede Jelinek" auf die Spuren der großen österreichischen Sprachkünstlerin. Am 16. Oktober ist im "Kunstradio" (23.03 Uhr) eine Produktion aus 2003 zu hören. Jelineks Text "Das Schweigen" wird in der radiofonen Arbeit von Ernst M. Binder und Josef Klammer konfrontiert mit einem biografischen Text der Autorin, den sie ihrem Orgellehrer Leopold Marksteiner gewidmet hat. Dieser Text "Die Zeit flieht" wird von Jelinek selbst gelesen und ist rhythmische, klangliche und melodische Grundlage der kontrapunktierenden Komposition. Auch die "Radiogeschichten" (11.40 Uhr) stehen von 17. bis 21. Oktober ganz im Zeichen der Schriftstellerin: Am 17. Oktober dreht sich alles um die Jungautorin Jelinek. Weitere Themen sind etwa "Die Liebhaberinnen" und "Elfriede Jelinek und das Abseits".

"Musikalische Sprache, versprachlichte Musik" - Jelineks vielfältige Beziehungen zum zeitgenössischen Komponieren sind Thema von "Zeit-Ton" am 17. Oktober (23.03 Uhr). Die enge Beziehung zwischen Wort und Musik ist ein Schlüssel zu ihren in ständigem Fluss befindlichen Texten. "Elfriede Jelinek und die Musik" ist auch Thema des "Pasticcio" am 20. Oktober (8.20 Uhr). Und das "Hörspiel-Studio" (21 Uhr) bringt am 18. Oktober Jelineks Stück "Rechnitz", in dem neben der Autorin Isabelle Menke und Stefan Wilkening mitwirken. (vf)

Ö1-Programmschwerpunkt zum 70er von Elfriede Jelinek

Von 15. bis 21. Oktober.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-10-12 10:20:07
Letzte nderung am 2016-10-12 10:27:16



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