• vom 09.03.2017, 18:35 Uhr

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Update: 09.03.2017, 18:59 Uhr

Sachbuch

Der rastlose Kaiser




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Von Friedrich Weissensteiner

  • Ein neues Buch über Kaiser Maximilian beleuchtet seine Heiratspolitik.

Kaiser Maximilian I. ist eine der facettenreichsten und interessantesten Persönlichkeiten des Hauses Habsburg. In Tirol, wo sich "der letzte Ritter" besonders gerne aufhielt, ist er heute noch populär. Maximilian hatte keine feste Residenz. Er zog aus vielerlei Gründen mit seinem Hofstaat von Stadt zu Stadt, von Land zu Land, und mit seinen Landsknechten von einer Schlacht in die andere.

Die Kriege, die er führte und die üppigen Feste und glanzvollen Turniere, die er veranstaltete, kosteten Unsummen Geldes, die der verschwenderische, lebenslustige Habsburger nicht hatte . Er musste es von den Fuggern in Augsburg borgen und verpfändete dafür Silber- und Kupferminen, oder zahlte es ganz einfach nicht zurück. Maximilians prägendste und nachhaltigste Lebenserfahrung war seine Ehe mit Maria von Burgund, die sein Vater, Friedrich III., eingefädelt hatte. Das Herzogtum Burgund, das von der Nordsee bis Lyon reichte, war zu Ende des 15. Jahrhunderts, mit seinen flandrischen Handelsstädten (Brüssel, Brügge, Gent) eines der reichsten Länder Europas.

Information

Sachbuch
Kaiser Maximilian I. & die Frauen.
Sigrid-Maria Größing
Amalthea Verlag
221 Seiten, 22 Euro

Aufstieg zur Weltmacht

Der junge Maximilian lernte eine neue Welt kennen, der Grundstein für den Aufstieg seines Hauses zur späteren Weltmacht war damit gelegt. Burgund verwickelte die Habsburger freilich auch in jahrhundertelange Kriege mit Frankreich. "Der letzte Ritter" war ein weitblickender Heiratspolitiker. Durch die Verheiratung seiner beiden ehelichen Kinder mit den Erben des spanischen Thrones erwarb er Spanien, durch die Heirat seiner Enkel Ferdinand und Maria mit Anna und Ludwig von Ungarn und Böhmen gelang ihm die spätere Erwerbung dieser beiden Länder. Tu felix Austria nube! Er selbst heiratete die reiche Herzogin von Mailand, Bianca Sforza. Liebe war dabei nicht im Spiel. Der Ladykiller legte sich lieber mit seinen "Schlafweibern" ins Bett. Maximilian förderte Kunst (Albrecht Dürer) und Wissenschaft (Wiener Universität, Humanisten), interessierte sich brennend für die neuen Feuerwaffen, die er im Innsbrucker Zeughaus sammelte, und erkannte im Buchdruck ein neues Propagandamedium, das er für seinen persönlichen Nachruhm nützte. In diesem Sinn war er durchaus ein neuzeitlicher Herrscher.

Die renommierte Historikerin Sigrid-Maria Größing legt ein buntes, flüssig geschriebenes und detailreiches, mit einem umfänglichen Anhang ausgestattetes Buch vor. Lesenswert.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-09 18:39:03
Letzte ńnderung am 2017-03-09 18:59:10



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