• vom 20.06.2017, 16:19 Uhr

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Der Regentonnenpoet




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  • Der unangestrengt-erfolgreiche Lyriker Jan Wagner erhält den Georg-Büchner-Preis.


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Darmstadt. In seinen Gedichten beschäftigt sich Jan Wagner oft mit den kleinen unscheinbaren Dingen des Alltags, zum Beispiel einem Teebeutel oder einer Regentonne. Im Frühjahr 2015 erhielt der Lyriker den Belletristikpreis der Leipziger Buchmesse. Gut zwei Jahre später erscheint die höchste literarische Auszeichnung des deutschsprachigen Raumes, der Georg-Büchner-Preis, fast schon folgerichtig für das erstaunliche Werk des Dichters.

"Jan Wagners Gedichte verbinden spielerische Sprachfreude und meisterhafte Formbeherrschung, musikalische Sinnlichkeit und intellektuelle Prägnanz", begründete die Akademie die hohe Auszeichnung. Wagner ist mit seiner unangestrengt wirkenden Lyrik, auch wenn sie nicht immer einfach zu lesen ist, überaus erfolgreich. Seine Gedichte sind in 30 Sprachen übersetzt worden.


In der deutschen Lyrikszene war Wagner schon lange etabliert, bevor er ihm in Leipzig mit "Regentonnenvariationen" der Durchbruch gelang.

Der gebürtige Hamburger hatte bereits 2001 seinen ersten Gedichtband "Probebohrungen im Himmel" vorgelegt. Besonders in der Natur findet Wagner einen Vorrat für seine Wortakrobatik.

Der 45-Jährige ist nicht der erste Lyriker, der den Georg-Büchner-Preis erhält. In die Reihe gehören auch Jürgen Becker (2014), oder Friederike Mayröcker (2001). Wagner steht aber für eine neue Generation von Lyrikern, die sich in den vergangenen 15 Jahren ihren Raum geschaffen haben. Inzwischen gibt es Poesiefestivals in ganz Deutschland.

Für die jungen Lyriker ist das "spoken word" - das gesprochene Wort - ein wichtiger Teil der Poesie. Wenn Wagner seinen "Giersch" liest, ist da auch ein wenig Performance dabei. Auch die aus den USA kommende Poetry Slam-Bewegung, für die der literarische Wettstreit vor dem Publikum unverzichtbar ist, hat ihren Anteil an diesem Aufschwung.

Der 45-Jährige, der seit Jahren in Berlin lebt, ist nicht nur Gedichteschreiber. Seine "beiläufige Prosa" in Essaybänden wie "Die Sandale des Propheten" (2011) oder jüngst "Der verschlossene Raum" (2017) sind von der Kritik hochgelobt worden.




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Dokument erstellt am 2017-06-20 16:23:05



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