• vom 10.10.2017, 16:10 Uhr

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Menasses Chance auf Buchpreis-Doppelschlag




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  • Robert Menasses Roman "Die Hauptstadt" ist auch für den Österreichischen Buchpreis auf der Shortlist.

Der neue Deutsche Buchpreisträger Robert Menasse.

Der neue Deutsche Buchpreisträger Robert Menasse.

Frankfurt/Wien. Der frisch gekürte Deutsche Buchpreisträger Robert Menasse hat am 7. November die Chance auf einen Preis-Doppelschlag: Er steht mit seinem eben in Frankfurt ausgezeichneten Roman "Die Hauptstadt" auch auf der Shortlist für den Österreichischen Buchpreis. Ebenfalls nominiert sind die Werke seiner Halbschwester Eva Menasse ("Tiere für Fortgeschrittene") sowie jene von Paulus Hochgatterer ("Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war"), Brigitta Falkner ("Strategien der Wirtsfindung") und Olga Flor ("Klartraum").

Brigitta Falkners Buch lobte die Jury in der Begründung der nun präsentierten Auswahl als "eines der schönsten Bücher, die in letzter Zeit erschienen sind", Olga Flors "Klartraum" hingegen sei ein Roman, "der ununterbrochen eindringlich über Existenzielles spricht, ohne dabei pathetisch zu sein". Paulus Hochgatterer habe eine "kunstvolle, atmosphärisch dichte und konzentrierte Erzählung", vorgelegt: "Ein leises, schmales, aber gewichtiges Buch." Eva Menasse wird als "genaue Beobachterin" beschrieben, die "nicht über die großen Katastrophen, sondern über die Unbillen des Lebens" schreibt. Robert Menasses in Brüssel spielender Europa-Roman "Die Hauptstadt" sei "unterhaltsam und belehrend zugleich, ein entspanntes und gleichermaßen raffiniertes Statement zur unmittelbaren Gegenwart Europas und dabei mit allen literarischen Wassern gewaschen".


Leichthändiges, gekonntes Graben in Tiefenschichten
Zu einer ähnlichen Beurteilung kam am Montagabend bereits die Jury des renommierten Deutschen Buchpreises bei der Verleihung an Menasse: "Dramaturgisch gekonnt gräbt er leichthändig in den Tiefenschichten jener Welt, die wir die unsere nennen. Und macht unter anderem unmissverständlich klar: Die Ökonomie allein, sie wird uns keine friedliche Zukunft sichern können", befand die siebenköpfige Jury. "Die, die dieses Friedensprojekt Europa unterhöhlen, sie sitzen unter uns - ‚die anderen‘, das sind nicht selten wir selbst."

Nach Arno Geiger (2005) ist Robert Menasse erst der zweite Österreicher, der diese prestigeträchtige, verkaufsfördernde und mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung erhalten hat.

Die fünfköpfige Jury für den Österreichischen Buchpreis - bestehend aus der Buchhändlerin Petra Hartlieb, dem Germanisten Klaus Kastberger sowie den Journalisten Klaus Nüchtern, Kristina Pfoser und Wiebke Porombka - hat insgesamt 141 belletristische, essayistische, lyrische und dramatische Werke gesichtet. Der Österreichische Buchpreis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird zusammen mit dem Debütpreis am Vorabend der "Buch Wien"-Messe verliehen. Im vergangenen Jahr ging der erstmals verliehene Preis an Friederike Mayröcker.




Schlagwörter

Buchpreis, Robert Menasse

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Dokument erstellt am 2017-10-10 16:15:10



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