• vom 25.11.2010, 16:06 Uhr

Literatur

Update: 25.11.2010, 16:07 Uhr

Sachbuch

Gansterer, Helmut A.: Endlich alle Erfolgsgeheimnisse




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Von Christian Ortner

  • Macho mit Gebärmutter-Irritationen
  • Echter Gansterer mit dem Humor eines Doppelliters Salzsäure.
  • Er lernte selbst die Erfolgreichsten der Erfolgreichen kennen.
  • Ein gesunder, erwachsener Mensch benötigt täglich exakt vier Stunden und zwanzig Minuten Schlaf, wobei die vier Stunden am Stück des Nächtens, die zwanzig Minuten hingegen im Laufe des Nachmittags zu absolvieren sind. Mehr ist nicht nötig und pure Verschwendung von Lebenszeit. Behauptet jedenfalls der Autor Helmut A. Gansterer, unter Berufung auf sehr zuverlässige japanische Quellen, in seinem neuen Buch "Endlich alle Erfolgsgeheimnisse".

Einer von Gansterers Erfolgstipps: Weniger schlafen, mehr Geld verdienen. Foto: bilderbox

Einer von Gansterers Erfolgstipps: Weniger schlafen, mehr Geld verdienen. Foto: bilderbox Einer von Gansterers Erfolgstipps: Weniger schlafen, mehr Geld verdienen. Foto: bilderbox

Und zieht daraus einen naheliegenden Schluss: Weil wir verschnarchten Mitteleuropäer im Schnitt sieben bis acht Stunden in den Federn verbringen, stehen uns bei Optimierung unseres Schlafes täglich drei zusätzliche Stunden Lebenszeit zur Verfügung. Die könnten wir zum Beispiel mit zusätzlicher Arbeit verbringen, was bei einem bescheidener weise angenommenen Stundenlohn von 20 Euro ein jährliches Zubrot von rund 13.000 Euro ermöglichte. Keine schlechte Rendite für ein Buch, das im Handel für den knappen Gegenwert einer Portion Tafelspitz vom Plachutta erhältlich ist.

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"Sie haben für dieses Buch viel Geld gegeben. Mit diesem schärfsten Trennungsschmerz, den unsere Zeit kennt, haben Sie Rechte erworben", beginnt Gansterer seinen Text programmatisch. "Vor allem das Recht, das Buch anders zu verlassen, als Sie es betreten haben. Sagen wir: irgendwie glücklicher und jedenfalls erfolgreicher, als Sie derzeit sind."

Kein banaler Ratgeber

"Erfolgreicher werden": Das klingt zuerst ganz furchtbar nach einem weiteren Managementratgeber, wie sie zu tausenden die Bücherregale des Buchhandels verstopfen und meist so nützlich sind wie ein toter Iltis. Doch wer das Oeuvre Gansterers auch nur oberflächlich kennt - also praktisch jeder halbwegs literate Österreicher -, der weiß, dass ihn nichts dergleichen erwartet, sondern statt dessen eine fein abgestimmte Mischung aus erbaulichen Texten, fein ziselierten Gedanken, erheblicher Lebenserfahrung und einer kräftigen Portion Witz.

Außerdem ist Gansterer einer der wenigen österreichischen Autoren, die einen durch und durch charakteristischen Sound entwickelt haben, einen Sound, der es dem Leser mühelos ermöglichte, einen Gansterer-Text mühelos als Gansterer-Text zu identifizieren, völlig gleich, worüber er schriebe. Vermutlich könnte er unter einem Pseudonym über einen vor 200 Jahren ausgestorbenen südaustralischen Lurch schrieben - und doch wüsste man nach circa zwanzig Zeilen: Gansterer!

Es gibt Nörgler, die das für etwas repetitiv halten (meist Neider, deren eigene Texte geringeren Cash-flow generieren) und die Gansterer deshalb missmutig einen gewissen Mangel an Innovationskraft vorwerfen. Aber schreibt nicht etwa auch Phillip Roth im Grunde dauernd über die Befindlichkeit seines Prostata-Apparates, durchaus sehr zum Vergnügen seiner Millionen begeisterter Leser?

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2010-11-25 16:06:12
Letzte Änderung am 2010-11-25 16:07:00


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