• vom 04.08.2008, 13:53 Uhr

Literatur

Update: 04.08.2008, 15:36 Uhr

David gegen Goliath

Grisham, John: Berufung




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Von Jeannette Villachica

Mary Grace und Anwalt Wes Payton sind eifrige Kirchgänger, Eltern zweier Kinder, Arbeitgeber eines illegalen Kindermädchens - und hoch verschuldet. Auch ihr Schicksal hängt vom Ausgang einer Klage gegen den Chemiekonzern Krane Chemical ab. Dessen Pestizidfabrik verseucht das Grundwasser einer Kleinstadt in Mississippi; die Bewohner sterben reihenweise an Krebs. Niemand wagt es, gegen den Chemieriesen mit seinen trickreichen Anwälten und den Millionen schweren Geschäftsführer Carl Trudeau vorzugehen - bis Paytons Klientin Jeannette Baker, deren Mann und Sohn unter den Opfern sind, eine Entschädigung von über 41 Millionen Dollar zugesprochen wird. Krane beruft, und die große Schlacht beginnt.


Grisham verlagert den Fokus bald vom Rechtsfall auf das Wahlverfahren der US-Richter. Er prangert die Manipulation der Justiz durch Seilschaften, Geld und Rufschädigung an und positioniert sich klar politisch. Sein 20. Roman, "Berufung", ist ein spannender, düsterer, solider Page-Turner mit Schwächen: Der Plot kommt einem bekannt vor, die Zeichnung der Protagonisten ist etwas zu üppig geraten.

John Grisham: Berufung. Roman. Aus dem Amerikanischen von B. Liesen, B. Reiter, K. Ruhl, I. Walsh-Araya. Heyne, München 2008, 464 Seiten, 20,60 Euro.



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Dokument erstellt am 2008-08-04 13:53:29
Letzte Änderung am 2008-08-04 15:36:00



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