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Update: 17.06.2011, 16:39 Uhr

Sachbuch

Henkel, Hans-Olaf: Rettet unser Geld




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Von Christian Ortner

  • Hans-Olaf Henkel rechnet gnadenlos mit den Zerstörern des harten Euro ab
  • Früherer deutscher Industrie-Präsident hält Politikern "Putsch, Untreue, Betrug" vor.
  • Leider fällt auch sein Lösungsvorschlag unter Blödsinn.

Es war ein glattes Geständnis, das die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" wenige Tage vor Weihnachten ablegte. Denn die EU-Finanzhilfen für Griechenland, bekannte sie ein, seien eindeutig rechtswidrig gewesen: "Wir verletzten alle Rechtsvorschriften, weil wir einig auftreten und wirklich die Euro-Zone retten wollten. Der Vertrag von Lissabon war eindeutig: Keine Rettungsaktionen." Erstaunlich daran war nicht so sehr, was Lagarde sagte - das war ohnehin für jeden, der sich einigermaßen auskannte, evident - sondern dass sie es überhaupt sagte: Denn dass die Wirtschaftsministerin der in der EU ja nicht ganz einflusslosen Grande Nation so offen den Betrug an Europas Bürgern eingesteht, das hat durchaus eine neue Qualität.

Henkel bedauert früheren Einsatz für den Euro


Frau Lagarde bestätigt damit, was Hans-Olaf Henkel in seinem jüngsten Buch "Rettet unser Geld" behauptet. Sein Urteil über Griechenlandhilfe, indirekte Staatsschuldenfinanzierung der Europäischen Zentralbank und die EU-Rettungsschirme: "Den blitzschnellen, in einer Nacht- und Nebelaktion durchgezogenen Bruch von Verträgen und Abmachungen früherer Regierungen sowie den damit verbundenen massiven Verstoß gegen Gesetze nenne ich einen Putsch.

Die Auflösung des Schutzschirmes von Maastricht, der über dem deutschen Steuerzahler aufgespannt war, zugunsten eines Schutzschirmes, der bedrohte Schuldenstaaten auf unsere Kosten retten soll, nenne ich Untreue.

Das fatale Zusammenwirken der beteiligten EU-Politiker, die den Deutschen deren Sicherheiten abluchsten (.. .), weil die Politiker sich eine generelle Euro-Debatte ersparen und keine Wählerstimmen riskieren wollten, nenne ich Betrug."

Hans-Olaf Henkel gehört zu jenen, denen die Deutschen - oder auch die Österreicher - die Einführung des Euro verdanken, ein kleines Stück zumindest. Denn in seiner damaligen Funktion als mächtiger Präsident des BDI (das deutsche Pendant zur Industriellenvereinigung) kämpfte er kraftvoll für die Einführung der europäischen Einheitswährung und die Abschaffung der D-Mark. "Heute", bekennt er ohne jede Selbstschonung ein, "sehe ich meinen Einsatz für den Euro als die größte Fehleinschätzung meiner beruflichen Laufbahn."

"Komplizenschaft" brach die Maastricht-Kriterien

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Dokument erstellt am 2010-12-28 15:38:10
Letzte nderung am 2011-06-17 16:39:55



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