Jeder weiß es: Sein Kollege Cerny, der Polizeipräsident, die Verdächtigen, die Zeugen und nicht zuletzt der Leser. Doch Oberst David Bronstein ignoriert es hartnäckig. Zuerst glaubt er sogar noch an eine baldige Beförderung. Es ist der 10. März 1938 und der Ständestaat steht vor dem Untergang. Die - gerade noch - illegalen Nationalsozialisten kriechen bereits aus allen Löchern.
Das bekommt auch Bronstein - Protestant, aber in der rassischen Weltsicht der Nazis Jude - schmerzhaft zu spüren. Ausgerechnet in dieser aufgeheizten Stimmung geschieht ein Mord in der Nazi-Szene. Und ausgerechnet David Bronstein muss ihn aufklären. "Zores" heißt denn auch der bereits fünfte Bronstein-Krimi von Andreas Pittler, der mit dem Vorgänger-Roman "Tinnef" für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert ist. In gewohnter Manier verschmilzt auch in "Zores" die Krimihandlung mit einem eindringlichen Bild der historischen Abläufe. Ein würdiger Serienabschluss mit Chancen auf Wiederbelebung.
Andreas Pittler stellt "Zores" am 23. März um 19 Uhr gemeinsam mit Ernst Molden, Willi Resetarits und Walter Soyka im "Andino" vor (Münzwardeingasse 2, 1060 Wien).
Andreas Pittler: Zores. Kriminalroman. Echomedia 2012, 240 Seiten. 9,90 Euro.
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