Patriotismus schlägt sich aufs Herz und auf den Stil. Davon betroffen sind die von Chaim Noll erzählten "Geschichten aus Israel". Noll, 1954 in Ostberlin geboren, verließ 1983 die DDR, besann sich seiner jüdischen Herkunft und übersiedelte 1995 nach Israel. Die in seinen (durchwegs kurzen) Geschichten auftretenden Personen sind vorwiegend Neueinwanderer oder Touristen, die von dem Land so fasziniert sind, dass sie in Rufe wie diesen ausbrechen: "Es ist so schön hier. Das Meer rauscht, die Sonne steigt auf hinter Palmen . . ."
Überhaupt zeichnet sich ein Großteil der (siebenunddreißig) Geschichten aus dem israelischen Alltagsleben durch eine Mischung von patriotischem Optimismus, sentimentaler Schlichtheit und pathetischer Oberflächlichkeit aus. Einige Erzählungen, etwa über die Sturheit der Ämter, zeigen allerdings in humoristischer Art (die an den Altmeister Kishon erinnert) den Umgang mit Existenzbelästigungen.
Chaim Noll: Kolja. Erzählungen aus Israel. Verbrecher Verlag, Berlin 2012, 285 Seiten, 24,- Euro.
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