
Die Welt steht ja bekanntlich nicht mehr lange. Und dieses Jahr ist es sicher vorbei - laut Maya-Kalender. Egal, ob man das nun glaubt oder nicht, der Glaube an den Weltuntergang kann mörderische Auswüchse bekommen: Eine Leiche in einem ehemaligen Bunker, eine Prophezeiung an der Wand, die einen weiteren Mord ankündigt - so
beginnt eine unheimliche Mordserie. Der grantig-kantige Berliner Kommissar Max Lukas ermittelt, sogar gegen den Wunsch seines Vorgesetzten. An seiner Seite die Ethnologin Klara Kemper, deren Mutter und Schwester in den Fall verwickelt sind. Schon bald finden sich auch Leichen in London und Island - der Kommissar und Klara folgen dem Mörder auf eigene Faust. Je näher sie ihm dabei kommen, umso gefährlicher wird es auch für die beiden. Klara schwant bald, dass die Fäden in der Vergangenheit ihrer Familie zusammenlaufen, wo sich irgendwann Mörder und Opfer begegnet sind. Die Zeit wird knapp, immerhin schreibt man bereits Ende Dezember 2012... Glücklicherweise glauben die Protagonisten nicht an den Weltuntergang, dadurch wird die Story glaubhafter. Umso schlimmer, dass auch der/die Mörder letztendlich nicht daran glauben - und trotzdem dafür töten. Anfangs etwas behäbig, gewinnt der Krimi schnell an Tempo, sodass man unbedingt weiterlesen muss. Der Weltuntergang und all seine Nebenwirkungen als Szenario für Mord und Rache, das funktioniert. Also sollte man sich nicht davon abschrecken lassen, auch wenn es sich zum x-ten Mal um das Ende aller Zeiten handelt.
Bo Sanders: Die Maya-Prophezeiung. Piper; 10,30 Euro
Artikel erschienen am 13. April 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 46
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