
Lyon würde das Leben gerne von der Schokoladenseite sehen. Immerhin hat sie erfolgreich einen Versandhandel mit Schoko-Kreationen aufgebaut, in denen sich kleine Zettel mit Zukunftsprognosen befinden. Allerdings gibt es da noch ihre schräge Familie: Den magisch-abgehobenen Großvater, die Großtanten-Wahrsagerin mit zigeunerhafter Attitüde sowie ihren Stiefbruder, den sie großziehen musste, weil ihre egozentrische Mutter sich aus dem Staub gemacht hatte. Hinzu kommen emotionelle Altlasten aus einer zerbrochenen Beziehung, die ihr Vertrauen in die Männerwelt schwer untergraben haben. Chloe schlägt sich zwar klaglos durch, aber erst der Umzug der Familie, ein paar neue Gesichter im Dorf und die amourösen Verwicklungen und magischen Intrigen rundherum bringen wieder Schwung in ihr allzu abgesichertes Leben. Und: Funktioniert der Zauberspruch für ihre Schokolade eigentlich wirklich? Eine locker-flockig erzählte Geschichte rund um eine Frau mit Ecken und Kanten. Leicht lesbar, unterhaltsam, witzig. Magie und Schokolade, Liebe und Dorfgeschichten - Unterhaltung von ihrer entspannendsten Seite. Wohl eher für Frauen, nichtsdestotrotz gut geschrieben und schwer wieder aus der Hand zu legen. Ein Buch wie eine schokoladige Versuchung: süß, cremig, tröstlich - aber ohne ungewollte Nebenwirkungen auf der Waage.
Trisha Ashley: Schokoladenzauber. Goldmann; 9,30 Euro
Artikel erschienen am 13. April 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 46
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