
Nicht alle, aber viele Diktatoren sind blutrünstige, gewalttätige Monster. Sie haben einen unersättlichen Machttrieb und, was selten an die Öffentlichkeit dringt, einen ausgeprägten Sexualtrieb. Das Liebesleben der Gewaltherrscher wird ja bekanntlich tabuisiert. Sie sind Frauenliebhaber und Frauenverächter, und sie haben leider auch eine erotische Ausstrahlung. Nicht alle, aber viele. Sie werden von Frauen angehimmelt. Die Liebesbriefe an den Führer und den Duce, die diesen Band einleiten, beweisen es.
Ratgeberinnen und politische Weggefährtinnen
Benito Mussolini, dem glatzköpfigen italienischen Diktator, flogen die Frauenherzen zu. Der Duce hatte neben seinen Ehefrauen zahlreiche Geliebte, die es nicht erwarten konnten, mit ihm in das Bett zu steigen. Clara Petacci, die letzte seiner weiblichen Getreuen, teilte mit ihm sogar den Tod. An die anderen Diktatoren, die die französische Autorin für ihr Buch ausgewählt hat, knüpfen sich ebenfalls bewegende, abwechslungsreiche Schicksale.
Ich zähle die Herren auf: Lenin, Stalin, Salazar, Bokassa, Mao, Ceausescu und natürlich Adolf Hitler. Manche von ihren Frauen waren Ratgeberinnen oder politische Weggefährten und übten hinter den Kulissen einen beachtlichen Einfluss aus. Elena Ceausescu etwa gerierte sich in der Öffentlichkeit sogar als extravaganter Stern und Heldin der Sozialistischen Republik Rumänien. Die Frauen Maos, Lenins und Stalins waren von einer solchen Publizität weit entfernt. Sie führten ein abseitiges Leben.
Adolf Hitler hatte natürlich auch seine Verehrerinnen und Geliebten. Vier Namen seien genannt: Winifred Wagner, die ihm in seine Haft in Landsberg Fresspakete und Liebesbriefe schickte, seine Nichte Geli Raubal, Eva Braun und Magda Goebbels. Ja, auch sie. Sie heiratete ihren klumpfüßigen Mann nur, um dem großen Führer nahe zu sein. "Ich liebe meinen Mann ebenfalls, doch meine Liebe zu Hitler ist stärker. Für ihn würde ich mein Leben geben", äußerte sie sich.
Hitler wusste, was er an den Frauen hatte
So hingebungsvoll können Frauen sein. Und Hitler wusste, was er an den Frauen hatte. "In der Politik braucht man die Unterstützung der Frauen. Die Männer folgen einem von allein", war er überzeugt.
Diane Ducret hat mit Einbeziehung des politischen Umfeldes ein spannendes, stilistisch glänzendes Buch geschrieben.
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