Und ein weiterer Jugendroman, der in einer fernen Zeit spielt - diesmal allerdings in der Vergangenheit: Heike Eva Schmidt lässt ihre 17-jährige Heldin Caitlin ins Bamberg des Jahres 1630 reisen, wo sie die gleichaltrige Dorothea trifft, die vom widerlichen Richter Förg zur Frau begehrt wird. Weil Dorothea, die wie Caitlin rothaarig ist, aber Förgs Sohn Daniel liebt und deshalb den Vater abweist, jagt dieser sie als Hexe. Caitlin, die durch einen verfluchten Halsreif in die ganze Sache hineingeraten ist, muss da natürlich eingreifen. Blöd nur, dass sie zwischendurch immer wieder zurück in die Gegenwart gewirbelt wird, was das ganze Unterfangen nicht gerade erleichtert. Ob Caitlins Eingriff in die Geschichte der grausamen Hexenprozesse in Bamberg trotzdem erfolgreich verläuft, sei an dieser Stelle nicht verraten. Wohl aber, dass die Geschichte, die zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her wechselt, peppig und spannend ist. Auch wenn Caitlin manche Situationen vielleicht gar einfach lösen kann und trotz aller Mädchenhaftigkeit fast ein bisschen zu abgebrüht wirkt.
Heike Eva Schmidt: Purpurmond; PAN Verlag; 15,50 Euro
Artikel erschienen am 20. April 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 46
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