Es gibt unterhaltsame Bücher, die ihr Thema nicht frontal angehen, sondern umkreisen, um sich dann scheinbar wieder davon zu entfernen, sodass man nach der Lektüre vielleicht nicht auf Anhieb sagen kann, wovon das Buch handelt. So ein Kunststück ist der argentinischen Schriftstellerin Maria Sonia Cristoff mit "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen" gelungen.
Ausgehend von der kuriosen Eingangsszene, in der die Ich-Erzählerin schildert, wie sie jede Nacht zur gleichen Zeit aufwacht, weil das Liebesleben der Nachbarn nicht nur irritierend pünktlich, sondern sehr laut in Szene gesetzt wird, kommt sie zum eigentlichen Thema: Soll sie einen neuen Lebensabschnitt beginnen und aus Buenos Aires wegziehen? Durch den Schlafmangel leidet sie an Entscheidungsschwäche, an "existenziellem Kater", gegen den Zoobesuche das einzige taugliche Mittel sind. Und angesichts der Tiere kommt zur Sprache, was Mensch und Tier bewegt.
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust. Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Berenberg Verlag, Berlin 2012, 90 Seiten, 20,- Euro.
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