Seit ihrem Debütroman "Baise-moi" (dt. "Wölfe fangen", 2000) gilt Virginie Despentes als Frankreichs bekannteste militant lesbisch-feministische Autorin.
Auch in "Apokalypse Baby" ist der Alltag ihrer gesellschaftlichen Randfiguren geprägt von Gewalt, Kleinkriminalität, wahllosem Sex und Drogen. Allerdings holt Despentes durch eine Mixtur aus bissigem Gesellschafts- und Familienroman, packendem Thriller, rasantem Road-Movie und einer fast romantischen sexuellen Erweckungsgeschichte wie durch ihre komplexen Protagonistinnen aus ganz unterschiedlichen sozialen Sphären auch Leser ins Boot, die sich von den bevorzugten Milieus der Autorin sonst eher abschrecken ließen. Der Roman ist packend, skurril, temporeich, laut und auch mal leise. Und er geht viel mehr an die Substanz, als man zunächst denken könnte.
Virginie Despentes: Apokalypse Baby. Roman. Übersetzt von D. G. Engelhardt und B. Heber-Schärer. Berlin Verlag 2012, 382 S., 20,50 Euro.
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