Jennifer Egan erhielt für den Roman "Der größere Teil der Welt" 2011 den renommierten Pulitzer-Preis. Das Werk bietet ein Panorama zeitgenössischer Lebensentwürfe, samt ständigem Perspektivwechsel und exotischen Schauplätzen.
In dreizehn Kapiteln, die keiner Chronologie folgen, schildert Egan das Leben von Produzenten, Bandmitgliedern, Journalisten, Rezipienten und Adabeis im Umfeld der Musik- und Medienindustrie - über eine Zeitspanne von fast fünfzig Jahren. Die sensible Seismographin gesellschaftlicher Entwicklungen zeigt, wie sprunghaft und willkürlich sich heutzutage Biographien entwickeln, wie fehlende Kontinuität die Lebensentwürfe prägt. Als Hauptfiguren begegnen der exzentrische, extrovertierte Musikproduzent Bennie Salazar, der sich vom Punker zum Inhaber einer Plattenfirma hochgearbeitet hat, und seine Assistentin Sasha, deren Weg von der Punkszene im San Francisco der 70er bis ins utopische New York von 2025 führt. Jennifer Egan erzählt auf beeindruckende Weise von Lebensplänen, die sich im Chaos verlieren. Ein vielstimmiges Epos einer Generation zwischen Authentizität und Sinnsuche.
Jennifer Egan: Der größere Teil der Welt. Roman. Übersetzt von H. Zeltmann. Schöffling, Frankfurt 2012, 387 S., 23,60 Euro.
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