Über das Chaos im Leben verwirrter Liebender hat Arnon Grünberg schon oft geschrieben, aber noch nie hat er es so auf die Spitze getrieben wie in dem neuen Roman "Mit Haut und Haaren". Satirisch auch der Titel, denn: Mit Haut und Haaren liebt hier eigentlich niemand. Viel zu sehr sind die Frauen und Männer um die Vierzig hin und her gerissen zwischen ihren Möglichkeiten.
Da ist etwa Roland, den einzig sein Ruf als Wirtschaftswissenschafter interessiert. Sein praktisches Glückskonzept: Er will nur, was für ihn erreichbar ist. Seine vielen Frauen laufen so nebenher. Die Kongressbekanntschaft Lea will eine Affäre mit ihm, doch beschäftigt ihn zunächst der Seitensprung seiner Freundin Violet zu sehr. Anders als Violet dachte, ist er aber nicht geschockt, sondern fordert sie zur Wiederholung auf. Eine Parodie auf ein gehetztes, unverbindliches Liebesleben von Vielfliegern im Digitalzeitalter.
Arnon Grünberg: Mit Haut und Haaren. Roman. Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten. Diogenes Verlag, Zürich 2012, 682 Seiten, 22,90 Euro.
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