Religion bleibt ein wichtiger Faktor für die Gestaltung moderner säkularer Gesellschaften, gerade Europa ist geprägt von einer Pluralität religiöser Bekenntnisse. So scheint sich die "Säkularisierung" weniger als Rückgang der Religiosität insgesamt, sondern als zunehmende Pluralisierung des Religiösen zu vollziehen. Der demokratische Rechtsstaat ist deshalb herausgefordert, ein gelungenes Zusammenleben seiner Bürger unterschiedlicher Konfessionen zu gewährleisten. Dieser höchst interessante Band bietet neben empirischen Analysen der religiösen Pluralität und des Umgangs damit systematische Perspektiven aus rechtswissenschaftlicher, politologischer und politisch-philosophischer Sicht.
Auch der Katholizismus war und ist geprägt von einer beachtlichen inneren Pluralität und hat schon in früher Zeit Konzeptionen des Zusammenlebens in religiös pluralen Gesellschaften entwickelt. Die Art und Weise, wie Pluralismus gestaltet wird, ob als Koexistenz, Assimilation, Integration, Separation oder Konsens hat höchst unterschiedliche Konsequenzen. Kollektive Lernprozesse dürften eine Schlüsselrolle bei der Suche nach möglichen Formen des Zusammenlebens in pluralen Gesellschaften spielen. Lesenswert.
Sachbuch
Modelle des religiösen Pluralismus. Katholizismus zwischen Religionsfreiheit und Gewalt, Band 5
Karl Gabriel, Christian Spieß, Katja Winkler (Hg.)
Ferdinand Schöningh Verlag, 364 Seiten, 46,20 Euro
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