• vom 22.06.2012, 14:18 Uhr

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Update: 22.06.2012, 14:28 Uhr

Rezension

Nothomb, Amélie: Den Vater töten




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Von Gerald Schmickl

  • Zauberer-Ziehsohn

Man ahnt, was Paulo Coelho aus diesem Stoff gemacht hätte: Ein junger, hochbegabter Zauberer, der seine alleinerziehende Mutter verlässt und in Reno auf einen Mann trifft, der ihn an den größten lebenden Magier weiter empfiehlt. Bei diesem - und seiner Freundin, einer Feuertänzerin - findet der knapp 15-jährige Joe Unterschlupf und eine Ersatzfamilie. Er wächst heran, wird als Magier immer besser, ist allerdings mit allerlei Jugend- und Geschlechtsherausforderungen konfrontiert. Auch die Beziehung zu Norman, seinem Ersatzvater, gestaltet sich zunehmend schwierig - vor allem für diesen. . .


Bei Coelho wären aus dieser Konstellation sicher viele - mehr oder weniger erträgliche - Lebensweisheiten herausgesprungen. Dessen Verlagskollegin, die Belgierin Amélie Nothomb, lässt es an Weisheiten zwar auch nicht fehlen, hält aber - wie in den meisten ihrer Erfolgsromane - eine überraschend abgefeimte, moralisch keineswegs korrekte Pointe parat, die auch dieses schmale Büchlein mehr zu einem unterhaltsam-spannenden Kurzkrimi denn zu einem legendenhaften Lehrstück machen.

Amélie Nothomb: Den Vater töten. Roman. Aus dem Französischen von Brigitte Große. Diogenes Verlag, Zürich 2012, 122 Seiten, 19,50 Euro.




Schlagwörter

Rezension, Extra, Literatur

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2012-06-22 14:23:02
Letzte Änderung am 2012-06-22 14:28:44



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