• vom 09.07.2012, 16:35 Uhr

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Kampf gegen die "Tea Party"

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(was.-) Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA ist voll in Gang. Matt Taibbi, Buchautor, Journalist und regelmäßiger Autor des amerikanischen Magazins "Rolling Stone", zieht wortgewaltig und mit linksdemokratischer Schlagseite alle Register. "Die Tea Party gleicht einer epidemischen narzisstischen Persönlichkeitsstörung", schreibt er und geißelt die "winzige Herrschaft einer Minderheit aus extrem cleveren Finanzkriminellen und ihren zahnlosen Spießgesellen". Blutsauger seien sie und Profiteure der großen amerikanischen Spekulationsblasenmaschine. Ob man solche Sprüche liebt oder nicht, sie kennzeichnen die gesellschaftliche Situation in einem gespaltenen Land.

Präsident Barack Obama kommt in dem Buch relativ gut weg, wird aber ebenfalls gemaßregelt, weil er eine Reihe von Wahlversprechen gebrochen habe. Der wirklich liberale Flügel der Demokratischen Partei werde durch das Weiße Haus eingeschüchtert und gegängelt. Die Gesundheitsreform enthülle die völlige Hilflosigkeit der Regierung. Die Occupy-Wall-Street-Bewegung komme zwar zur rechten Zeit, sei aber noch eine Randerscheinung. Der Autor träumt von einer Massenbewegung, die die Feinde hinwegfegt.

Kleptopia. Wie uns Finanzindustrie, Politik und Banken für dumm verkaufen.

Matt Taibbi

Aus dem Englischen von Heike Schlaterer und Anne Emmert. Riemann , 368 Seiten, 17,50 Euro

Hitlers Fassung

für die "Perle"

(hb) Ungeachtet der würdigen Fassung, die Hitler der "Perle" Wien versprach, war diese nicht, wie Berlin oder Linz, eine der bevorzugten "Führerstädte".

Wien musste sich mit dem Rang einer gewöhnlichen Gauhauptstadt begnügen. Vielleicht war dies, neben dem Wiener Verdrängungsmechanismus, auch ein Grund dafür, dass die Pläne der NS-Stadtplaner für Wien so lange in Dunkel gehüllt blieben. Dabei war das Material stets vorhanden. Der Kunsthistorikerin Ingrid Holzschuh ist nun die erste große Überschau über die Pläne der Nazis für Wien zu verdanken.

Das Stadtbauamt blieb bei seinen Bemühungen, die Planungshoheit in Wiener Händen zu halten, erfolglos. Die Planungen des Berliner Architekten Hanns Dustmann orientieren sich mit ihren Achsen stark an Albert Speers Plänen für Berlin, und auch der Zentralbau des Wien zugedachten "Gauforums" lässt, selbstverständlich verkleinert, das Vorbild, Speers gigantomanische Berliner "Große Halle", erkennen. Wien ist auch architektonisch viel erspart geblieben. Eine knappe, aber wichtige, reich illustrierte Monographie.

Wiener Stadtplanung im Nationalsozialismus von 1938 bis 1942

Ingrid Holzschuh

Böhlau, 128 Seiten, 29,90 Euro




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-09 16:41:05


Französischer Text wurde aus Sprechblase entfernt

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