• vom 23.09.2013, 15:22 Uhr

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Wer vor 100 Jahren die reichsten Wiener waren




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Von Heiner Boberski


    Baron Albert Salomon Rothschild war im Jahr 1910 nicht nur der reichste Mann Wiens, sondern ganz Europas. Sein versteuertes Jahreseinkommen betrug damals 25,7 Millionen Kronen, mehr als das Fünffache dessen, was der zweitreichste Wiener, Theodor Ritter von Taussig, in diesem Jahr einnahm: 4,9 Millionen Kronen.


    In einem in Text, Bildern und Tabellen hervorragend aufbereiteten Werk stellt Roman Sandgruber "Die 929 reichsten Wienerinnen und Wiener im Jahr 1910" (Untertitel) vor. Diese Personen waren zu 90 Prozent männlich, zu fast 60 Prozent jüdisch, zu 10 Prozent von altem Adel. Als Ausgangspunkt diente dem Autor eine Namensliste der höchsten Steuerzahler dieses Jahres aus Wien und Niederösterreich, wobei die Habsburger außer Konkurrenz blieben: Mitglieder des Kaiserhauses waren nämlich von der Einkommensteuer befreit.

    Die Donaumetropole, damals mit zwei Millionen Einwohnern viertgrößte Stadt Europas und siebentgrößte der Welt, führend in Kultur und Wissenschaft, beherbergte ein halbes Promille Bevölkerungsanteil an Millionären. Dazu zählten Bankiers und Händler, Industriellenfamilien wie die Wittgensteins, Juristen und Mediziner, aber etwa auch der Komponist Franz Lehar oder der "Kronen Zeitung"-Gründer Gustav Davis. Das Buch erzählt, wie sie zu ihrem Geld gekommen sind und was sie damit gemacht haben. Man stößt auf viele bekannte Namen. Im Schlussteil stellt Sandgruber alle alphabetisch geordnet in Kurzbiographien vor - Namen und Schicksale aus einer versunkenen Zeit.

    Sachbuch

    Traumzeit für Millionäre

    Roman Sandgruber

    Styria premium, 496 Seiten, 34,99 Euro




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    Dokument erstellt am 2013-09-23 15:26:06



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