• vom 22.09.2014, 15:20 Uhr

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Finanzcrash

Sparern droht 90 Prozent Verlust




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Von Christian Ortner

  • Die "größte Insolvenzverschleppung der Menschheitsgeschichte" werde mit einem brutalen Crash enden, meinen zwei deutsche Ökonomen - sie raten zu Streuobstwiesen als Alternative zum Sparbuch.

Gute Geldanlagen sehen heute so aus.

Gute Geldanlagen sehen heute so aus.© Silke Magino/Westend61/corbis Gute Geldanlagen sehen heute so aus.© Silke Magino/Westend61/corbis

Die Vorstellung, auf einen Schlag ein Drittel oder gar die Hälfte ihrer Ersparnisse zu verlieren, werden die meisten Sparer vermutlich eher wenig erstrebenswert finden. Doch das sei leider ein tragischer Irrtum, behaupten die beiden Ökonomen Matthias Weik und Marc Friedrich in ihrem neuen Buch "Der Crash ist die Lösung" - denn die meisten Sparer würden in dem von ihnen für die nähere Zukunft vorhergesagten Crash deutlich mehr verlieren; wem es gelingt, zumindest den größeren Teil seiner finanziellen Vorräte in Sicherheit zu bringen, der gehöre bereits zu den glücklicheren Anlegern.

Viele sehr harte Jahre vor uns
Davon, dass die Euro- und Bankenkrise nicht nur nicht vorbei sind, sondern der ganz große Knall noch bevorsteht, sind die beiden Bestseller-Autoren felsenfest überzeugt. Dass die Schuldenkrise der Jahre 2008 ff. mit noch mehr Schulden bekämpft worden ist, halten sie für ein Rezept zum Desaster: "Hätte man 2008 den Kapitalismus wirken lassen, dann wären natürlich ein paar Banken umgekippt und ja, es wäre sehr hart geworden: Die Wirtschaft wäre noch stärker eingebrochen und die Arbeitslosenzahlen in die Höhe geschossen. Aber man hätte vielleicht fünf harte Jahre gehabt. Stattdessen hat man die Schulden noch weiter aufgehäuft. Wenn das System nun kollabiert, haben wir nicht nur fünf, sondern vielleicht zehn oder noch mehr sehr harte Jahre vor uns. Anleger werden 90 Prozent ihres Vermögens verlieren. Das war zumindest bei der Währungsreform 1948 der Fall."


Indem sie unvorstellbare Summen zur Rettung fallierter Banken ausgegeben, eine "in der Geschichte einmalige und scheinbar unendliche Rettungsorgie" veranstaltet und dabei "eine beispiellose Serie von Vertragsbrüchen, Lug und Betrug" begangen habe, manövriere Europas politische Klasse den Kontinent immer Näher an den ökonomischen Abgrund. Mit den zur Rettung des Euro und der Banken gepumpten Zillionen sei keines der die Krise verursachenden Probleme gelöst worden, sondern bloß "die größte Insolvenzverschleppung in der Geschichte der Menschheit" betrieben worden.

Diese Insolvenzverschleppung könne weiter betrieben werden, so lange die Großschuldner wie Banken und Staaten ihre Zinsen zu bezahlen imstande seien, was aber angesichts der immer höher aufgetürmten Schulden immer schwieriger werde. Und irgendwann böse enden müsse: Sobald etwa in den kommenden Jahren wieder einmal eine größere Bank pleitegehe, ein souveräner Staat seine Zinsen nicht mehr zahlen könne oder ein anderer unvorhergesehener "schwarzer Schwan" die Weltfinanzmärkte erschüttert, wäre ein Kollaps des ganzen Geldsystems zu befürchten. "Wir sind Zeugen eines komplett fahrlässigen und unverantwortlichen Spiels auf Zeit, bei dem am Ende alle nur verlieren können", diagnostizieren die Autoren.

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Dokument erstellt am 2014-09-22 15:23:05



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