• vom 28.02.2015, 11:00 Uhr

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Kundera, Milan: Das Fest der Bedeutungslosigkeit




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Milan Kundera im Jahr 2010.

Milan Kundera im Jahr 2010.© Foto: Bertrand Rindoff Petroff/Getty Images Milan Kundera im Jahr 2010.© Foto: Bertrand Rindoff Petroff/Getty Images

"La fête d’insignifiance", wie der Originaltitel des auf Französisch verfassten Roman lautet - vielleicht sollte man "insignifiance" in diesem Fall besser "Bestimmungslosigkeit" nennen. Als Schlüssel zur guten Laune wird sie ausgerufen. Und ausgerechnet Hegel muss die Definition beisteuern: "die unendliche Wohlgemutheit".

Milan Kundera erzählt freihändig, ohne den Kompass einer durchgängigen Handlung. Seine alternden Herrschaften sind ringsum so guter Dinge, so fröhlich und wohltuend komisch, dass man merkt: Der Autor lässt sie aufleben. Er geleitet sie zu einem Lustfest in Demut, einer hinreißenden Lebensabschnitts- für die einen, für manch anderen wohl auch Lebensabschiedsparty. Das geschieht in langsamen, in so bedächtig wie bewusst gesetzten Bewegungen.

"Gibt es das denn noch, Dichter?", heißt es einmal im Text. Die Antwort liefert der Romancier Milan Kundera selbst. Er ist ein Dichter: Überlebender der großen Tradition prosaischer Dichtkunst.

Milan Kundera: Das Fest der Bedeutungslosigkeit. Roman. Aus dem Französischen von Uli Aumüller. Carl Hanser, München 2015, 140 Seiten, 17,40 Euro.

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Dokument erstellt am 2015-02-26 17:17:05
Letzte nderung am 2015-02-27 15:01:05



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