• vom 14.08.2015, 11:30 Uhr

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Von Gerald Schmickl

  • "Versuche über den Unfrieden" von Hans Magnus Enzensberger



Manchmal wird dem thematisch so wendigen wie stilistisch volatilen Hans Magnus Enzensberger vorgeworfen, dass seine Erörterungen zwar geistreich und pointiert seien, aber wenig haltbar. Wie unzutreffend dieses Verdikt zumindest für seine Essays über den Unfrieden ist, zeigt ein Band, der nunmehr einige der Aufsätze versammelt, die Enzensberger zum Teil bereits vor mehr als 20 Jahren veröffentlicht hat, wie etwa "Aussichten auf den Bürgerkrieg" (1993).

Sie haben sich - vor allem, was die Themen Migration, Fremdenhass, Terror und all ihre ideologischen Verbrämungen anbelangt - als erstaunlich prophetisch erwiesen. Hellsichtigeres über den Niedergang der arabischen Welt als in "Schreckens Männer. Versuch über den radikalen Verlierer" wird man so rasch (und auch dieser Aufsatz stammt bereits aus 2006) nicht finden. Aktuell (geschrieben) ist Enzensbergers Parabel "Der vergessene Gottesstaat", der an den Taiping-Aufstand in China erinnert, dessen Parallelen zum "IS" mehr als offenkundig sind.


Hans Magnus Enzensberger

Versuche über den Unfrieden

Suhrkamp taschenbuch, Berlin 2015, 184 Seiten, 12,40 Euro.




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Dokument erstellt am 2015-08-13 14:44:07



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