• vom 11.04.2016, 16:57 Uhr

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"Freiheitsliebe ist eine Kerkerblume"




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    (voho) "Es gab ein Europa, ein geistiges Europa im Humanismus, in der Aufklärung, im 19. Jahrhundert, das heute eher vergessen ist. Viel angesprochen wird das politische, eher nicht existierende Europa, das von Churchill 1946 in Zürich verlangt oder prophezeit wurde. Es kam zu einer politischen Version Europas; zuletzt genannt EU, und dieses Europa steckt heute in einer tiefen Krise." Diese fünf Jahre alte Feststellung des Historikers Fritz Stern ist gegenwärtig alarmierender denn je. Das Vermächtnis der Katastrophen des 20. Jahrhunderts, die ein bestimmendes Thema von Sterns Arbeit wurden, schließt die Sorge um den Bestand von Frieden und Freiheit in unseren Demokratien ein.

    Der Wert der Freiheit
    Der vor Hitler 1938 in die USA Geflohene weiß um die Gefahr, dass wir den Wert der Freiheit - auch aus Unkenntnis der geschichtlichen Zusammenhänge - leichtfertig verspielen. Er zitiert Heine: "Freiheitsliebe ist eine Kerkerblume." Seine historischen Essays enthalten Warnungen vor einem neuen Nationalismus ebenso wie vor dem Zunder des religiösen Fundamentalismus. Dabei beschränkt er sich nicht auf Europa; er sieht sein Amerika als ein tief gespaltenes Land - durch der Parteien Hass und Hader sowie die rasend wachsende soziale Ungleichheit. Ein Gutteil der Essays befasst sich mit Deutschland nach dem Krieg, mit seiner Leistung und der stets von innen her schwelenden Gefährdung. Daneben widmet Stern, der gerade 90 Jahre alt geworden ist, Würdigungen den von ihm bewunderten Persönlichkeiten wie Max Weber, Willy Brandt oder Ralph Dahrendorf.


    Sachbuch

    Zu Hause in der Ferne

    Historische Essays von Fritz Stern

    C. H. Beck, 224 Seiten, 20,60 Euro




    Schlagwörter

    Sachbuch, Fritz Stern

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    Dokument erstellt am 2016-04-11 17:02:07



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