• vom 06.05.2016, 15:58 Uhr

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Sachbuch

Dunkelbunt glitzernde Mosaiksteine




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Von Judith Belfkih

  • "100 x Hundertwasser" nähert sich dem Maler und Aktionisten in 100 Skizzen.

Jugendtage: Hundertwasser 1955.

Jugendtage: Hundertwasser 1955.© Augustin Dumage, Hundertwasser Archiv, Wien Jugendtage: Hundertwasser 1955.© Augustin Dumage, Hundertwasser Archiv, Wien

Er liebte Regentage, weil sie die Farben zum Leuchten brachten. Wohl aber auch wegen der Zurückgezogenheit, die sie implizieren. Tief leuchtende, kräftige Farben zogen ihn magisch an, dunkelbunt nannte er sie. Beides fand Eingang in seinen Künstlernamen: Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser. Die vielsagenden Wege zu diesen Namen und wie jeder einzelne davon sein Leben prägte, sind Teil eines neuen Buches über den Visionär und Nonkonformisten.

In "100 x Hundertwasser" nähert sich Autorin und Journalistin Caro Wiesauer dem Maler in hundert Mosaiksteinen. In loser Chronologie mäandert das Buch zwischen Hundertwassers Träumen vom Paradies, dem Schiff, auf dem er lebte, über den Nummerntaferlstreit und die Vegetative Malerei bis zu Schrebergärtnern und seinem Konzept der drei Häute - der des Körpers, der Kleidung und des Hauses. Die Anekdoten und Geschichten zeichnen in punktuellen Schlaglichtern ein dunkel schillerndes homogenes Bild.


Die eine oder andere Anekdote gibt konkrete Einblicke in das Leben des Einzelgängers: Bei seinem Citroen DS etwa, den Hundertwasser Anfang der 60er Jahre fuhr, war das Dach mit Gips verkleidet, weil mattes Weiß die Sonnenstrahlen am besten reflektierte und es im Auto so kühl bleibe, so der Künstler. Auf der weißen Fläche notierte er Telefonnummern und Adressen, die er damit immer bei sich hatte, um sie nicht wie lose Zettel verlieren konnte. Bis bei einem Autounfall der Gips in hunderte Stücke zerbrach und alle Notizen verloren waren.

Sachbuch

100 x Hundertwasser

Caro Wiesauer

Metroverlag, 2016

128 Seiten, 9,90 Euro




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Dokument erstellt am 2016-05-06 16:02:05



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